Am vergangenen Wochenende fanden im Gymnasium Fran- cisceum Zerbst die traditionellen Schulfesttage statt. Dabei fällt auf den ersten Festtag immer der Projekttag für die Schüler, an welchem sie aus einer Vielzahl von Veranstaltungen wählen können. Dieses Jahr wurde auch ein Frageforum mit dem SC Mag- deburg angeboten, zu dem sich viele angemeldet hatten.

Zerbst.Kurz vor Beginn war eine merkliche Unruhe und Aufgeregtheit in der Aula des Gymnasiums zu spüren. Jeder Anwesende wusste, dass jeden Moment die zwei SCM-Spieler Andreas Rojewski (1. Mannschaft) und Niklas Kupfer (2.Mannschaft) mit dem Geschäftsführer Marc-Hendrik Schmedt eintreten würden. Als sich die Tür der Aula dann öffnete und die drei hereinkamen, gab es tosenden Applaus.

Die stellvertretende Schulleiterin Veronika Schimmel begrüßte die Gäste mit netten Worten und forderte sie auf, sich erst einmal vorzustellen. So erzählten Rojewski und Kupfer zunächst, wie sie zum Handball gefunden und wie dann ihre Karriere ihren Lauf genommen hatte.

Auch Schmedt richtete ein paar einleitende Worte an die zuhörenden Schüler: Er machte ihnen klar, dass der SCM nicht nur daran interessiert ist, gute Sportler unter Vertrag zu nehmen, sondern auch, dass jeder von ihnen eine Ausbildung bekommt. Sei es die Bildung am Sportgymnasium, ein Studium oder die Lehre nach der Schule.

Denn eins muss jedem aufstrebenden Handballer bewusst sein: Nach dem Handball muss man einen normalen Beruf finden, um weiterhin leben zu können. "Handball ist kein Fußball. Nach der aktiven Karriere folgt ein Leben wie bei anderen Leuten auch. Ohne Ausbildung habt ihr dann keine Chance mehr", gab er den Schülern zu bedenken.

Damit war das Forum eröffnet.Im Laufe der nächsten eineinhalb Stunden wurden etliche Fragen gestellt. So wollte ein Francisceer wissen, was den beiden Spielern denn am Handball am meisten Spaß macht. Rojewski antwortete darauf: "Vor allem die Gemeinschaft. Man ist nicht allein auf dem Spielfeld, sondern kämpft zusammen."

Auch Kupfer stimmte dem zu. "Die Mannschaft gibt einem Rück- und Zusammenhalt. Und man findet dadurchneue Freunde." Außerdem schätze er die Zuverlässigkeit der Mannschaftskollegen. Eine weitere Frage war, wie oft Rojewski und sein Team trainieren. "Das kommt auf die Wettkampfsituation an", meinte er. "Meistens kämen aber acht normale Trainingseinheiten plus einem Spiel und einem darauf folgenden Regenerationslauf pro Woche zusammen."

Was die Jugendlichen auch interessierte war, welche Ziele die Spieler verfolgen. Beide waren sich einig: Die Mannschaftsziele. Für Rojewski heißt das, dass er mit der Mannschaft wieder weiter nach oben kommen möchte. "Wir wollen endlich wieder auf Europa-Niveau spielen."

Es wurden aber auch ganz andere Fragen gestellt. So erfuhren die Schüler im Laufe der Veranstaltung zum Beispiel, dass auch das Privatleben der Handballer etwas in den Hintergrund rücken muss. Dennoch haben sie natürlich eins und finden auch Möglichkeiten dafür. "Wie halten Sie eigentlich diesen engen und rabiaten Körperkontakt aus?", wollte eine anwesende Lehrerin wissen. "Na ja, wir sind damit aufgewachsen. Wir kennen es nicht anders und wissen eben, dass Handball so gespielt wird", kam die Antwort.

Ein Junge fragte, wie die Spieler die Atmosphäre in der Halle erleben. "Ja wir spüren es natürlich, wenn die Fans gute Stimmung verbreiten. Das beflügelt uns dann selbst und trägt uns durchs Spiel", erklärte ihm Kupfer. Und ihre Fans seien eine sehr große Unterstützung, für die der Verein dankbar sei, fügte Schmedt noch hinzu.

Schlussendlich ließen die drei vom SCM noch durchblicken, dass es eventuell eine zweite Begegnung zwischen SCM-Spielern und Francisceern geben wird, ähnlich der im vergangenen Sommer. "Dann kommen wir vielleicht nochmal für ein Freundschaftsspiel nach Zerbst", meinte Schmedt augenzwinkernd.

Das sollte aber nicht das größte Highlight der Veranstaltung sein. Als sich Veronika Schimmel zum Abschluss bei den Gästen bedankte und ihnen als kleine Andenken Tassen des Francisceums überreichte, fragte sie die Spieler: "Ich wurde von vielen Schülern gefragt, ob Sie heute auch Autogrammkarten unterschreiben?" Die hatten sie nicht dabei, dafür aber noch bessere Geschenke: 30 Freikarten für das kommende Sonnabend-Spiel der Bundesliga-Mannschaft und etliche Fanschals.

"Na dann würde ich sagen: Wer zuerst kommt, malt zuerst", lachte die stellvertretende Schulleiterin und eröffnete damit den Ansturm auf die Artikel. Wer unter den Glücklichen war, die eine Karte oder einen Schal abbekamen, ließ sich darauf seine Autogramme geben.

Damit war das Frageforum beendet, und ehe die Schüler lächelnd aus der Aula drängten, gab ihnen Schmedt noch einen Satz mit auf den Weg: "Alles was ihr tut - macht es mit Spaß, Ausdauer und Leidenschaft. Nur so könnt ihr erreichen, was ihr erreichen wollt."