Nachdem beim vergangenen Heimspiel gegen den DSV 97 II (0:3) bereits sieben Spieler fehlten, gab es für Fußball-Kreisligist SG Dobritz/Garitz am vergangenen Sonnabend in Kochstedt II noch eine "Stei- gerung". Es fehlten zehn Spie- ler. Trotzdem erreichte die Not- elf einen 2:0 (0:0)-Erfolg, der umso höher zu bewerten ist.

Kochstedt.Unter diesen Voraussetzungen reiste die SG zur heimstarken TuS Kochstedt II. Es liegt schon eine sehr lange Zeit zurück, dass die SG von dort drei Punkte mit nach Hause nehmen konnte. Für die Moral war es ein wertvoller Sieg.

Entsprechend dem Spielerpotenzial war ein völliger Umbau in der Mannschafts-Aufstellung notwendig. Fast die gesamte Abwehrreihe musste neu besetzt werden. In der neuen Besetzung wies sie eine sehr stabile Leistung nach. Neulibero Christian Friedrich hatte mit Alexander Sens einen guten Partner. Beide Außenverteidiger Marcus Edner und Kay Borgsdorf standen ihnen in nichts nach. Was dennoch durchkam, entschärfte ein diesmal sehr sicherer Edgar Heilig. Im Mittelfeld lastete die Verantwortung auf David Maerten und Kees de Vries.

So verlief die erste Halbzeit fast nur im "Sichfinden" und die erarbeiteten Chancen zu verwerten. Auch in diesem Spiel hätte sich Patrick Hinz wieder berühmt schießen können, wenn er besser mit dem Ball umgehen könnte und seinen Egoismus beseite legen würde. In der 24. und in der 38. Minute versiebte er wieder zwei sehr gute Möglichkeiten.

Maerten stand ihm zur Seite und setzte in der 40. Minute den Ball aus sehr aussichtsreicher Position neben den linken Torpfosten ins Aus.

So wurde es ein Spiel der verpassten Möglichkeiten. Aber auch der Gastgeber hatte an diesem Tag nicht viel entgegen zu setzen. Auch er vergab, zum Glück für die SG, gute Gelegenheiten. So wurde es in der ers-tenHälfte ein Sommerfußballspiel. Beide Mannschaften rissen keine Bäume aus.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam ein bisschen mehr Feuer. Leider nahm auch die Härte zu, so dass der gut amtierende Schiedsrichter alle Hände voll zu tun bekam. Kurz nach der Halbzeit musste ein Spieler des Gastgebers verletzt den Platz verlassen. Da kein Wechselspieler zur Verfügung stand, musste in Unterzahl weitergespielt werden.

In der 49. Minutesetzte Sens ein Achtungszeichen. Sein Kracher aus zirka 35 Metern landete am Lattenkreuz. Es war wie ein Weckruf für die Mannschaft, denn jetzt folgte eine Druckpe-riode, wo ein Treffer nur noch eine Frage der Zeit war. Hinzu kam, dass ein Kochstedter Spieler wegen einer Disziplinlosigkeit dem Schiedsrichter gegenübermit gelb-roter Karte vom Platz gehen musste.

Man muss dem Gastgeber schon ein Lob zollen. Mit den acht verbliebenen Feldspielern war kaum ein spielerischer Nachteil zu erkennen. Bis zur 76. Minute hielt er das Spiel offen. Just in dieser Minute hatte der Torhüter von Kochstedt, der bis dahin sehr gut hielt, einen Ausraster. Er hatte den Ball bereits gefangen. Im Vorbeilaufen trat er Maerten in die Beine. Die logische Folge war ein Elfmeter. Mit der gelben Karte war er noch sehr gut bedient. Hinz ließ dem Torwart keine Abwehrmöglichkeit, indem er ihn in die andere Ecke schickte.

Jetzt schien der Bann gebrochen. Aber leider übten sich die Gäste wieder im Vergeben von Torchancen. Nacheinander vergaben St. Both, Maerten, Hinz und de Vries. Entweder reagierten sie überhastet, sahen den besser postierten Nebenmann nicht oder sie rannten sich in der Abwehr fest, nachdem mehrere Gegner ausgespielt waren.

In der 86. Minute dann doch noch das erlösende zweite Tor durch Hinz. Diesmal reagierte er besser. Allein auf den Keeper zulaufend, schlenzte er den Ball am herauslaufenden Torhüter vorbei. Bei dieser Aktion verletzte er sich und musste vom Platz.

In denverbleibenden Minuten passierte nicht mehr sehr viel. Beide Mannschaften waren über den Schlusspfiff des Schiedsrichters mehr erfreut, als über das gesamte Spiel.

Dobritz/Garitz: Edgar Heilig - Edner, Friedrich, Sens, Borgsdorf, Eckert, K. de Vries, Maerten, Schmidt, Hinz (85. S. de Vries), Both.