Sotschi - Skirennfahrer Felix Neureuther hat kein Verständnis für die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, nicht zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi zu fahren.

"Das ist schade, weil er sein Fernbleiben nie erklärt hat. Wenn er gesagt hätte: ,Ne ich fahre da nicht hin, weil...\' Das hätte ich super gefunden! Herr Gauck hätte wirklich die Möglichkeit, mit den wichtigen und richtigen Menschen dort zu sprechen, auch mit Putin", sagte der Slalom-Vizeweltmeister in einem Interview der "Bild"-Zeitung. "Was bringt es jetzt, wenn ich sage: Es muss eine Umdenke stattfinden? Dazu fehlt mir als einzelner Sportler der Einfluss."

Neureuther wiederholte seine Kritik an den riesigen Kosten und den Dimensionen der ersten Winterspiele in Russland. Der 29-Jährige stößt sich auch an den Luxushotels, in denen die Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees wohnen. Ihm sei es egal, dass er im olympischen Dorf auf 15 Quadratmetern wohne. "Aber warum sollen die Herren vom IOC nicht genauso wohnen wie wir Sportler? Um wen geht es bei Olympia eigentlich? Ist das der Geist von Olympia?", fragte der Partenkirchener. Bei den Winterspielen vom 7. bis 23. Februar gehört Neureuther zu den größten deutschen Medaillenhoffnungen.