Der unvermeidliche Zylinder droht schon von weitem, und seinem lauten halleschen Slang kann man, selbst wenn man es will, kaum entgehen – Drehorgel-Rolf ist da. Nun also auch in Peking. Im exquisiten Deutschen Haus ist der ebenso unverwüstliche wie aufdringliche Aktionskünstler ( der sich lifestyle-mäßig D-Rolf nennt ) der Hans Dampf in allen Gassen.

Dabei sah es für den 61-Jährigen lange gar nicht so aus, als würde er Peking überhaupt je erreichen. Denn die umweltbewussten Chinesen stoppten die Einfuhr seines Trabis. Rolf ganz souverän : " Die haben eben Angst vor deutschen Autos–wie die Japaner. " Also musste er seine Vorwende-Dreckschleuder ( Baujahr ’ 86 ) an der mongolischen Grenze abstellen. Und wenn sie nicht gestohlen wurde, steht sie da noch heute.

Eigentlich hatte der Rolf, der seit Barcelona alle olympischen Spiele, ob Sommer oder Winter, heimsuchte, vor, in Peking den ganz großen Coup zu landen. Auf seiner durchaus wagemutigen Tour de Trabi über Rostock, Tallinn, Moskau, Irkutsk und Ulan Bator wollte er schnurstraks ins Herz Chinas vorstoßen.

Und nun dieser Reinfall an der Mongolen-Grenze. Im trostlosen Eliwan. Besonders bitter : Nicht wilde Horden der Dshingis-Khan-Nachfolger stoppten ihn. Das wäre propagandistisch wenigstens noch ausschlachtbar gewesen. Sondern schnöde chinesische Einfuhrbestimmungen. Da ist der Rolf sauer. Dabei hatte er seinen Trabi extra mit einem Überroll-K äfi g ausgerüstet und den Unterboden mit Stahlblechen gepanzert.

Doch einen Rolf stoppt man nicht so einfach. Er ist ja clever, machte einen Umweg mit der Transsib und schwebte rechtzeitig per Flieger in Peking ein. Auch eine zweite Motorhaube, einen zusätzlichen Zylinderkopf und einen Luftfilter hatte er als Ersatz sofort zur Hand. Und die zeigt er hier nun jedem, der sie nicht sehen will.

" Vergesst nicht, auf meine Internetadresse hinzuweisen ", ruft er den Journalisten noch hinterher. Gemacht, Rolf.