Der Olympia-Start für ARD und ZDF ist geglückt, jetzt hoffen die Öffentlich-Rechtlichen auf bessere Leistungen der deutschen Sportler. "Der Auftakt der Mannschaft war schlecht. Wenn deutsche Athleten bei Olympia hinter den Erwartungen zurückbleiben, dann wirkt sich das meist negativ auf die Quote aus", sagte Walter Johannsen, Teamchef von ARD und ZDF in Peking.

Mit dem Auftakt der beiden Sender ist der für den Sport verantwortliche NDR-Redaktionsleiter zufrieden: "Olympia ist für uns mit der Eröffnungsfeier gut angelaufen." 7,7 Millionen Zuschauer, beim Einmarsch des deutschen Teams sogar 9,1 Millionen, sei eine stolze Zahl: "Bis jetzt waren Quoten und Marktanteile sehr gut."

Durch die Zeitverschiebung erreichen ARD und ZDF häufi g nicht die Quoten von Athen, weil zur besten Sendezeit in Deutschland die Athleten in Peking bereits im Bett liegen. Dafür ist der Marktanteil bei Übertragungen in der Nacht oder am Mittag, wenn weniger Menschen den Fernseher einschalten als abends, umso höher. "Es zeigt sich einmal mehr, dass Olympia alle vier Jahre ein breites Publikum anspricht", meinte Johannsen.

Dass eine wichtige Entscheidung bei Olympia in Deutschland als "Konserve" gesendet wird, so wie es TV-Gigant NBC in den USA macht, ist für den 61-Jährigen undenkbar. "Für den deutschen Zuschauer ist es entscheidend, von jetzt auf gleich informiert zu werden. Die Amerikaner haben ein anderes Verständnis von Sport im TV. Ich bin überzeugt, dass wir alles richtig machen, wenn wir versuchen, immer so dicht wie möglich dranzubleiben", so Johannsen.

In den USA werde grundsätzlich gerne aufgezeichnet, um es später als "Unterhaltungsshow" zu verkaufen. Das Reckfinale mit Fabian Hambüchen am kommenden Dienstag erst zeitverzögert um 20.15 Uhr zu senden, würde ein "hohes Risiko" darstellen.