Sotschi - Kanadas Curler sind zum dritten Mal nacheinander Olympiasieger und haben ihrem Team die neunte Goldmedaille bei den Winterspielen von Sotschi beschert. Nach den starken Frauen gewannen auch die Männer ihr Finale. Einen Triumph beider Teams eines Landes gab es noch nie.

Die Mannschaft um Skip Brad Jacobs gewann im Curlingcenter "Ice Cube" mit 9:3 gegen die Schotten, die nach dem achten End aufgaben. "Das ist der Wahnsinn. Das ist überwältigend. Es gibt noch eine Million anderer Worte, um das zu beschreiben, aber andere fallen mir einfach nicht ein", sagte der überragende Jacobs und drehte mit seinen Mitspielern eine Ehrenrunde.

Die Unterstützung von London-Organisationschef Sebastian Coe unter den etwa 2000 Zuschauern reichte den Schotten im Endspiel nicht. Skip David Murdoch fehlte das Selbstvertrauen bei den entscheidenden letzten Steinen. Der starke kanadische Taktiker Jacobs führte seine Jungs locker zu einer frühen 5:1-Führung. Mit drei Steinen sorgten sie schon im dritten Durchgang für eine Vorentscheidung. Dem hatten die nervösen Briten nichts mehr entgegenzusetzen. Für die britische Mannschaft war es immerhin die erste Medaille seit der Wiederaufnahme ins olympische Programm 1998 in Nagano. Schwedens Curler gewannen Bronze mit 6:4 gegen das Überraschungsteam aus China.

Im Match um Platz drei fiel die Entscheidung erst mit dem letzten Stein im Zusatz-End, als Chinas Skip Liu Rui die Chance auf den Sieg vergab. Auch für die Skandinavier ist es der erste Podestplatz im Männer-Turnier seit 1998. Die deutsche Mannschaft war nach nur einem Sieg in der Vorrunde ausgeschieden. In Deutschland gibt es 800 aktive Curler. Das Hamburger Team in Sotschi bestand aus reinen Amateuren. In Kanada ist der Eissport mit einer Million Aktiven dagegen Volkssport, die Nationalteams bestehen aus Profis.