Sotschi | Sechs Tage hat Christoph Langen die deutsche Mannschaft zum Feinschliff in Istanbul zusammengezogen, jetzt lässt der Bundestrainer seine schweren Bob-Athleten endlich auf Olympia los. Am Donnerstag wollen Maximilian Arndt und Co. mit guten Ergebnissen in den ersten Trainingsläufen im Sanki Sliding Center zeigen: Mit uns ist wieder zu rechnen!

"Wir haben optimale Bedingungen vorgefunden und sehr gut trainiert", sagte Langen. Noch wichtiger als das Athletiktraining sei aber der psychologische Vorteil des Kurz-Trips an den Bosporus gewesen, erklärte der zweimalige Olympiasieger: "Ich habe diese Alternative gewählt, um einen Lagerkoller zu vermeiden. Jetzt freuen wir uns aber wieder darauf, aktiv ins olympische Geschehen zurückzukehren."

Der Olympia-Zweite Thomas Florschütz hat sein Selbstvertrauen wieder zurück: "Die anderen Nationen haben Muffensausen vor uns." Von Vorfreude auf die drei Rennen war im deutschen Bobteam zuletzt wenig zu spüren, eher ging die Angst vor einem drohenden Debakel um. Seit 1994 haben deutsche Athleten in der Formel 1 des Wintersports immer mindestens eine Goldmedaille gewonnen, doch die Dominanz bröckelt gewaltig.

Die Olympia-Generalprobe bei der EM in Königssee war "völlig in die Hose gegangen", wie Bundestrainer Langen analysierte. Danach wurde gemeinsam mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) am Material getüftelt. Sollten die Techniker die Schlitten einigermaßen konkurrenzfähig machen, können die Piloten durchaus aufs Podest fahren. Arndt (Vierer) und Francesco Friedrich (Friedrichroda) zählen genauso zum erweiterten Favoritenkreis wie die Altstars Florschütz (Riesa) und Sandra Kiriasis (Stuttgart).(dpa)

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