Hamburg ( dpa ). Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich soll auch in Zukunft für den Deutschen Skiverband ( DSV ) arbeiten und sein großes Wissen wohl in die Nachwuchsförderung einbringen. " Er bleibt zu 99 Prozent dem Verband erhalten ", sagte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller noch vor der Rückreise aus Vancouver zur Zukunft des Bundestrainers, der seinen Rücktritt nach Olympia bereits vor 14 Monaten angekündigt hatte.

Unter Ullrichs Regie waren die deutschen Biathlon-Herren bei den Olympischen Spielen ohne Medaille geblieben. " Dass er hier die Pleiten zu verantworten hat, tut mir sehr, sehr leid. So einen Abgang hat er nicht verdient ", sagte Pfüller, der in Personalunion auch DSV-Sportdirektor ist. Zugleich lobte er die Qualitäten des Thüringers : " Ullrich war jahrelang Garant für den Erfolg. Seine fachlichen Qualitäten sind unbestritten. "

Welche Funktion Ullrich genau übernehmen könnte, soll bei den anstehenden Trainerklausuren sowie in den Diskussionen um veränderte Verbandsstrukturen geklärt werden. Sicher ist bislang nur, dass Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang die Verantwortung für die gesamte deutsche Biathlon-Elite übernehmen wird. Als Disziplintrainer sind Mark Kirchner und Fritz Fischer ( Herren ) sowie Trainer-Neuling Ricco Groß und Gerald Hönig ( Frauen ) vorgesehen. Zudem soll ein Schießtrainer installiert werden.

Ullrich, der als Aktiver 1980 Olympiasieger war und als Trainer acht Olympiasiege feiern konnte, hat erkennen lassen, dass er sich einen Job im Nachwuchsbereich gut vorstellen könnte. Allerdings nur, wenn er die Befugnis erhält, wissenschaftlich-konzeptionell die Ausbildung der Talente zu lenken und voranzutreiben. Interesse an der Verpflichtung des international hoch angesehenen 52-Jährigen haben auch schon Funktionäre des Biathlon-Weltverbandes IBU und ausländische Auswahl-Teams bekundet.