Das " Langlauf-Küken " Miriam Gössner feierte mit ihren Teamkolleginnen bei alkoholfreiem Bier den silbernen Staffel-Coup. Zuvor genoss sie bei der Siegerehrung auf der Medals Plaza in Whistler das Olympia-Flair in vollen Zügen. Im Überschwang der Gefühle sang sie sogar die Hymne der siegreichen Norwegerinnen mit und klärte anschließend auf : " Meine Mama stammt aus Norwegen, ich bin zweisprachig aufgewachsen und habe auch beide Staatsbürgerschaften. "

Mit ihrem couragierten Auftritt in der Loipe hatte die gelernte Biathletin wie schon vor einem Jahr bei der WM in Liberec entscheidenden Anteil am Medaillengewinn des deutschen Quartetts. Bundestrainer Jochen Behle ließ auch keinen Zweifel daran, wo er die sportliche Zukunft des " Rohdiamanten " sieht. " Alle reden immer davon, dass Miriam eine Biathletin sei. Für mich ist sie eine Skating-Spezialistin, die schon länger keine Waffe getragen hat ", erklärte Behle.

Ähnlich wie ihre Biathlon-Kollegin Magdalena Neuner hat Gössner Starpotenzial. Die 19-Jährige ist unbekümmert, sympathisch, authentisch – und bleibt auch im Erfolg stets bescheiden. Da verwundert es nicht, dass Behle auf einen endgültigen Wechsel der Garmischerin ins Langlauf-Lager hofft. Gössner weiß, dass sie sich irgendwann für eine Sportart entscheiden muss. " Um irgendwann mal Weltklasse zu werden, muss man sich entscheiden. Wenn man die ganze Zeit zweigleisig fährt, macht man sich kaputt. Ich muss rausfinden, was mir mehr Spaß macht. Darüber werde ich mir im Urlaub viele Gedanken machen ", sagte sie.