Aus dem Sandkasten zum Olympiasieg – nach 13 gemeinsamen Jahren von Kindesbeinen an waren Tessa Virtue und Scott Moir am goldenen Ziel und konnten die Atmosphäre im Pacific Coliseum in vollen Zügen genießen. " Die ganze Arbeit, es hat sich alles ausgezahlt ", sagte Moir und reckte die Arme gen Hallendach. Sogar IOC-Präsident Jacques Rogge hatte sich in der Ehrenloge erhoben und spendete Beifall.

Der Olympiasieg der beiden Kanadier beendete nicht nur die Durststrecke bei den Olympia-Gastgebern, sondern auch die fast vier Jahrzehnte währende europäische Dominanz im Eistanz. Denn hinter den Olympiasiegern holten ihre Trainingskollegen Meryl Davis und Charlie White aus den USA die Silbermedaille, den russischen Weltmeistern Oxana Domnina und Maxim Schabalin blieb nur Rang drei.

Die mit 20 und 22 Jahren jüngsten Eistanz-Olympiasieger versetzten ihre Landsleute mit einer überragenden Kür fast in Raserei.

Zu der nicht gerade leicht verdaulichen Symphonie Nummer fünf von Gustav Mahler wirbelten und schleuderten die ehemaligen Junioren-Weltmeister über das Eis, dass sich so mancher Betrachter an die legendären Engländer Jayne Torvill und Christopher Dean erinnert fühlte. " Sie haben damals die Tür zu modernem Eistanz geöffnet, aber wir sind noch nicht wie sie ", sagte Moir und relativierte allzu kühne Vergleiche. Aber auf dem besten Weg dorthin, denn viermal die Höchstnote 10 gab es seit der Einführung des neuen Wertungssystems vor sechs Jahren noch nie.

Eine gute Figur machten bei ihrem Olympia-Debüt auch die deutschen Meister Christina und William Beier, aber die Dortmunder waren mehr mit ihrer Leistung zufrieden als mit ihrem 18. Platz. " Für uns war es eine Comeback-Saison, im kommenden Winter geht es mit höheren Ansprüchen weiter ", sagte William.