Bei den Klängen der deutschen Nationalhymne

genoss Maria Riesch mit der Goldmedaille um den Hals den größten Triumph ihrer Sportlerkarriere. Am liebsten hätte sie den Augenblick für die Ewigkeit eingefroren. " Das sind diese Momente im ganzen Leben, da möchte man alles aufsaugen, festhalten und abspeichern. Das Gefühl kann man nicht nachempfinden, man kann es nur erleben ", schwärmte die Skirennfahrerin nach dem Olympiasieg in der Super-Kombination von Whistler.

Zaghaft stimmte die 25-Jährige bei der Siegerehrung den Text der Hymne an, versuchte den einzig geruhsamen Moment des " Wahnsinnstages " zu genießen – und war danach im Interview- und Feier-Marathon schon wieder auf der Jagd. " Dieser Erfolgsdurst oder der Wille, Medaillen zu gewinnen, wird nie gestillt. Sonst gebe es ja keine fünf- oder zehnmaligen Olympiasieger oder Weltmeister. Das ist immer wieder Ansporn ", sagte die Frau, die den erfolgreichsten Alpin-Olympioniken Kjetil Andre Aamodt als eines von mehreren Idolen sieht.

Im Duell zwischen ihr und Ski-Freundin Lindsey Vonn, die bei der Riesch-Feier nicht dabei war, steht es nun 1 : 1. " Sie hat mir gratuliert, wie es sich gehört. Ich habe ihr bei der Abfahrt auch gratuliert. Im Sport kann sich alles vom einen auf den anderen Tag drehen ", meinte Slalom-Weltmeisterin Riesch, die am späten Abend noch lange mit Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick plauderte. Seit sie den WM-Sieg vor zwölf Monaten feierte, ist der Bekanntheitsgrad Rieschs um ein Vielfaches gestiegen. Jetzt wird es noch mehr werden. Am Abend nach ihrem Triumph gratulierte schon Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der deutschen Vorzeige-Alpinen und posierte mit der deutschen Ski-Beauty für die Fotografen.

Riesch selbst hatte an ihrem großen Tag eigentlich zu gar nichts Zeit. Das Handy empfing ständig Kurznachrichten, nicht mal zu den Eltern nach Garmisch-Partenkirchen war mehr als ein kurzer Anruf drin, selbst mit der Schwester hatte sie nicht mehr als einen SMS-Kontakt.