Die Wintersportnation Nummer eins hechelt der glanzvollen Bilanz von Turin 2006 hinterher und droht, die olympische Vormacht auf Eis und Schnee in Vancouver zu verlieren. " Wir betreiben keine Medaillenzählerei, aber wir verändern auch unser Ziel nicht und wollen weiter einen ganz vorderen Platz ", sagte der deutsche Chef de Mission Bernhard Schwank kämpferisch. " Und wir sind auf dem richtigen Weg. " Vor vier Jahren hatten die deutschen Athleten bis zur Halbzeit 16 Medaillen vorgelegt und am Ende 29 gewonnen. Bei den Vancouver-Spielen standen nach sechs Wettkampftagen und 34 der 86 Entscheidungen nur elf Medaillen auf dem Erfolgskonto.

Damit wird es für das deutsche Team eher ein eisiger Weg, um die angestrebte Verteidigung von Position eins von Turin zu erreichen und die USA als Medaillen-Spitzenreiter ( 18 ) noch zu verdrängen. " Mit elf Medaillen und davon vier goldenen können wir uns gut sehen lassen ", meinte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes ( DOSB ), warnte jedoch : " Wir dürfen uns nicht zur Ruhe setzen. " Schließlich gab es in Italien allein elf deutsche Goldmedaillen.

Die Nordischen Kombinierer und vor allem die Biathlon-Männer um den dreimaligen Turin-Sieger Michael Greis kämpfen bisher im Schatten der Konkurrenz. " Sie sind mit Sicherheit nicht zufrieden. Ich hoffe aber, dass sie am Ende doch noch zu ihren Erfolgen kommen ", sagte Schwank. Überhaupt haben die Männer im deutschen Team noch einiges gut zu machen. Denn bisher galt vor allen " Frauen-Power " : sieben der der ersten elf Medaillen holten Athletinnen, und im Paarlauf war noch Aljona Savschenko zur Hälfte beteiligt. " Unsere Männer haben es genauso drauf ", meinte Magdalena Neuner. " Sie sind halt Spätzünder. "