Seriensiegerin Tatjana Hüfner griff bei den Winterspielen in Kanada nach dem zweiten Gold für die deutschen Rodler. Die 26-Jährige baute gestern Abend im dritten Lauf des olympischen Rennens auf der stark verkürzten Strecke in Whistler ihre Halbzeit-Führung aus und hatte vor dem Finaldurchgang beste Chancen auf ihren ersten Olympiasieg. Hinter der Olympia-Dritten von Turin lag die überraschend starke Österreicherin Nina Reithmayer weiter auf dem zweiten Platz. Den deutschen Rodel-Frauen, die bei den bisherigen zwölf Olympia-Auflagen acht Gold-Medaillen einfahren konnten, winkte zudem mit der Drittplatzierten Natalie Geisenberger eine weitere Medaille.

Vor den Augen ihrer Eltern war die Überfliegerin aus dem Harzstädtchen Blankenburg verhalten in das Rennen auf der entschärften Hochgeschwindigkeitsbahn gestartet. Nach dem ersten Lauf lag Hüfner nur auf dem dritten Platz. Im zweiten Durchgang zündete die zweimalige Weltmeisterin aber den Turbo und fuhr zur Halbzeit des olympischen Wettbewerbs ganz nach vorne.

" Es war schon ganz gut. Aber es gibt noch Kleinigkeiten zu verbessern ", sagte Hüfner und richtete ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Entscheidung. " abei stand ihr Chefmechaniker Wolfgang Scholz wie immer mit Rat und Tat zur Seite.

Bei dem verkürzten Start patzte die Kanadierin Alex Gough gleich im ersten Lauf und musste sich schon nach den ersten Metern von ihren Medaillenhoffnungen verabschieden. Nicht ins Medaillenrennen konnte auch Weltmeisterin Erin Hamlin ( USA ) eingreifen. Die zweimalige Olympiasiegerin Sylke Otto, die das Rennen als Zaungast verfolgte, war von dem stark entschärften Kurs alles andere als angetan. " Das ist eigentlich nicht olympia-like ", befand Otto. " Aber man kann es nicht ändern. Und es ist ja für alle gleich. "

Der Start des vierten Laufes verzögerte sich auf heute früh um 3. 30 Uhr MEZ.