Der alte Männerorden gibt sich trendy : Bei den Winterspielen in Vancouver wird deutlicher denn je, dass das Internationale Olympische Komitee ( IOC ) mit neuen Sportarten dem Zeitgeist folgt. Durch die Premiere von Skicross – hier rast man zu viert einen mit Sprüngen, Wellen und Kurven auf Schnee gebauten Kurs mit zum Teil waghalsigen Manövern hinab, die beiden Erstplatzierten erreichen die nächste Runde, wer im Finale als Erster im Ziel ist, hat gewonnen – stehen mittlerweile 20 neue Disziplinen im Programm, die es 1988 beim letzten Winter-Olympia in Kanada noch nicht gab.

Bei den Winterspielen kam 1992 in Albertville Shorttrack ( 8 Disziplinen ) hinzu, zugleich feierte Freestyle-Ski mit vier Wettbewerben ( Buckelpiste, Springen Männer und Frauen ) olympische Premiere. 1998 hielt Snowboard ( Halfpipe, Riesenslalom ) Einzug ins Programm, 2002 kam Parallel-Riesenslalom hinzu und 2006 in Turin vergrößerte Cross das Spektrum der Disziplinen in der neuen Sportart auf acht.

Auch beim Olympischen Kongress in Kopenhagen war deutlich geworden, wie sehr sich das IOC sorgt, dass ihm die Jugend wegläuft. " Ich rufe alle Gremien der olympischen Bewegung auf, so schnell wie möglich zu handeln ", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge. Einigkeit besteht darin, dass Olympias einzige Überlebenschance der Weg in die digitale Welt ist, wo sich die Jugend tummelt. Auch das Programm der Winterspiele muss nach Auffassung progressiver IOC-Mitglieder weiter auf die Jugend zugeschnitten werden. Im Bereich Snowboard drängt sich jetzt Slopestyle ( Hindernis-Parcour ) als neue spektakuläre Disziplin auf.

Mitte August schlägt das IOC mit den ersten Olympischen Sommerspielen der Jugend, die mit 5000 Teilnehmer in Singapur stattfinden, ein ganz neues Kapitel auf. Erster Gastgeber von Winter-Olympia für die Jugend ist 2012 Innsbruck.