Noch ein letztes Zurren an der Schlaufe, der Blick durch die Sonnenbrille : " Hopp, Cologna, hopp ", werden sie in den Kneipen, vor den Fernsehern und entlang der Loipe gerufen haben, als Dario Cologna ( 23 ) am Dienstag über 15 Kilometer im freien Stil immer schneller wurde – und letztlich mit knapp 25 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Pietro Piller Cottrer gewann. In der Schweiz war ein neuer Held geboren. Cologna brach mit einer Langlauf-Historie. Noch nie hatte ein Eidgenosse Langlauf-Gold bei Olympia geholt.

Cologna war damit der Dritte im Bunde der schweizer Sieger an bis dato vier Tagen bei den diesjährigen Spielen. Simon Ammann hatte den Gold-Rausch am Sonntag mit dem Sieg auf der kleinen Schanze gestartet, Didier Defago beendete am Dienstag eine 22-jährige Pause in der Abfahrt. Er folgte Pirmin Zubriggen ( 1988 ) auf dem Thron, mit 32 Jahren war er zugleich der älteste Athlet, der bei Olympia in dieser Disziplin gewonnen hat. Und dann kam Cologna. Letzterer hat seinen Triumph nicht zuletzt seinem deutschen Trainer zu verdanken. Der Sauerländer Markus Cramer nahm zwar jubelnd von seinem deutschen Pendant, Bundestrainer Jochen Behle, die Glückwünsche entgegen, gab sich danach aber bescheiden : " Ich war nur ein Rad in einem glänzend funktionierenden Räderwerk – höchstens ein etwas größeres ", sagte der 46-Jährige. Cramer hatte bereits 2002 die Frauenstaffel bei den Spielen in Salt Lake City sensationell zu Bronze geführt. Seine Heimat ist dennoch nicht die Schweiz. Die heißt weiterhin Winterberg.

Letztlich haben sich alle gegenseitig mitgerissen : " Es ist total lässig, wie man sich da von der Euphorie anstecken lassen kann ", sagte Simon Ammann. Das hat auch Dario Cologna gespürt, der bekannte : " Ich habe Didier vor meinem Start gesehen. Es hat mich extra motiviert, dass ein Schweizer Gold gewonnen hat ", sagte er. Die drei Athleten haben noch weitere Goldchancen. Der Siegeszug ist nicht beendet.