Der Jubelschrei aus dem Wohnzimmer der Familie Loch in Schönau am Königssee war weithin zu hören, als ihr Felix um 1. 49 Uhr MEZ in Vancouver auf seinem Schlitten zu olympischem Gold raste. " Es war eine super Stimmung. Wir sind alle so mächtig stolz und haben uns riesig gefreut ", sagte Stiefmutter Maria am Montagmorgen nach einer sehr kurzen Nacht.

Bis 04. 15 Uhr dauerte das rauschende Fest, bei dem das kleine Wohnzimmer fast aus allen Nähten platzte. 18 Freunde und Nachbarn hatten sich spontan bei Maria Loch eingefunden, um den Olympia-Auftritt von Felix zu verfolgen – und es sollte sich lohnen. " Bei den Lochs ist der Teufel los gewesen ", berichtete Schönaus zweiter Bürgermeister Manfred Vonderthann.

Mit ihrem Helden konnte Maria Loch direkt nach dem Triumph nicht telefonieren. " Er war viel zu beschäftigt, das werden wir nachholen. Aber ich habe mit meinem Mann kurz gesprochen, der ja als Bundestrainer dabei ist – und der hat gesagt, dass wir es jetzt so richtig krachen lassen werden. "

Dies war auch in Schönau das Motto am Rosenmontag. Vonderthann fand die Leistung des derzeit berühmtesten Sohnes der 5307 Einwohner zählenden Gemeinde im Berchtesgadener Land " gewaltig und unglaublich. Ich bin sehr stolz. Jetzt werden wir groß feiern ", sagte er stellvertretend für Gemeinde-Oberhaupt Stefan Kurz, der vor Ort in Vancouver die Gold-Fahrt des 20-Jährigen verfolgt hatte.

Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer schloss sich neben Bundespräsident Horst Köhler den zahlreichen Gratulanten an und würdigte eine " famose Leistung und einen beeindruckenden Erfolg. Wir Bayern freuen uns über Ihren Sieg ", schrieb Seehofer.

Franz Rasp, Bürgermeister von Berchtesgaden, freute sich ebenfalls " riesig " über den Erfolg von Felix Loch, der für den RC Berchtesgaden an den Start geht : " Das ist eine tolle Sache, dass er auch in so überlegener Manier gewonnen hat. Jeder marschiert im Moment mit einem breiten Grinsen durchs Rathaus. "

Am 4. März will die Marktgemeinde dem bisher jüngsten Rodel-Olympiasieger einen würdigen Empfang bereiten. " Es soll ein schönes Fest werden, aber nicht zu sperrig, das würde zu Felix gar nicht passen ", sagte Rasp. Die Vorbereitungen würden bereits auf Hochtouren laufen. Ein Eintrag ins Goldene Buch von Berchtesgaden ist jedoch nicht geplant, so Rasp : " Wir kennen uns alle so gut. Das würde etwas komisch ausschauen, wenn sich der Felix da einträgt. "