Magdeburg. Die Stadt will das Image des " Magdeburg-Passes " aufmöbeln und auch die Möglichkeiten, die der Pass bietet, modernisieren und ausweiten. Darüber ist man sich im Stadtrat und im Rathaus seit geraumer Zeit einig, nur das " Wie " war noch offen.

In einem Informationspapier für den Stadtrat stellte die Verwaltung vor, wie der Magdeburg-Pass zu einem " zentralen Kernpunkt " der Unterstützung von Menschen mit geringem Einkommen gemacht werden soll.

Dazu wurden, um Strategien zu entwickeln, zwei " Ideenwerkstätten " mit Fachleuten veranstaltet. Vorher wollte das zuständige Sozialdezernat noch wissen, wie bekannt der Pass eigentlich ist. Dazu wurden Fragebögen an Kunden der ARGEJobcenter und an Bürger verschickt. 550 Fragebögen kamen zurück. Daraus geht hervor, dass jeder dritte Befragte den Pass nicht kennt. 86 Prozent der Befragten finden den Pass gut. Neben den Fragebögen wurden auch 228 Arbeitslosengeld-IIEmpfänger befragt. Dabei kam heraus, dass fast die Hälfte ( 46 Prozent ) den Magdeburg-Pass nicht besitzt. 14 Prozent der Pass-Inhaber schämen sich etwas, wenn sie den Pass beantragen müssen, und 19 Prozent fühlen sich " als Mensch zweiter Klasse ". Aber : die Hälfte der Pass-Inhaber ist damit zufrieden.

Zwei Jahre Zeit

Auf diesen gewonnenen Erkenntnissen soll sich jetzt eine Strategie aufbauen, wie der Magdeburg-Pass verbessert werden kann. Dabei will man erreichen, dass der Pass bei den Anspruchsberechtigten als attraktives Angebot angesehen wird, dass er in der Bevölkerung eine positives Image bekommt, dass er auch bei den Leistungsanbietern willkommen ist und dass der Pass vor allem in der Bevölkerung bekannt ist.

Drei Arbeitsgruppen sollen sich darüber Gedanken machen, wie diese Ziele erreicht werden können. Eine Gruppe beschäftigt sich mit der " Öffentlichkeitsarbeit " für den Pass, eine mit seiner " Mobilität " und eine dritte beschäftigt sich mit der " Qualität " des Passes. Dabei bedeutet Qualität in erster Linie, was mit dem Pass alles gemacht werden kann und welche Vergünstigungen er ermöglicht. Eine Lenkungs- und Steuerungsgruppe, im Sozialdezernat angesiedelt, soll die Arbeitsergebnisse koordinieren und umsetzen.

Wichtig bei den Arbeitsgruppen : In ihnen arbeiten auch " Praktiker ", also Betroffene, die einen Magdeburg-Pass beantragen können, mit. So will man erreichen, dass sich die Arbeitsgruppen auch " hart " an der Realität befinden.

Im Informationspapier geht die Stadt auch auf die Kosten, die mit der Image-Kampagne verbunden sind, ein. So ist damit zu rechnen, dass deutlich mehr Pässe von Berechtigten beantragt werden, was zum Beispiel dazu führen werde, dass die Ausgleichszahlungen, die die Stadt an die MVB überweist, steigen werden ( mit dem Pass können Busse und Bahnen verbilligt genutzt werden ).

Zwei Jahre lang soll an der Aufwertung des Passes gefeilt werden, bis März 2012 soll die Arbeit erledigt sein.