Haldensleben l Der Dienstalltag im Rettungsdienst beim Landkreis Börde ist abwechslungsreich, aber auch anstrengend. Ständig einsatzbereit, immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert. 11-, 12- und 24-Stundendienste gehören zum Job. Unter anderem mit Sport halten sich die "roten Retter" des Landkreises fit. Alljährlich treten beispielsweise Rettungsassistenten gegen die Alten Herren vom Integrativen Sportverein Althaldensleben im Fußballturnier gegeneinander an. Ein Spiel, das allmählich zur Tradition wird. Lehrrettungsassistent Nico Lonzius setzt da noch einen drauf. Der 34-jährige Althaldensleber betreibt seit 2007 regelmäßiges Brazilian Jiu-Jitsu-Training, eine von den japanischen Samurai stammende Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung.

"Für mich ist dieser Sport der Ausgleich zum Dienst", sagt Nico Lonzius. Die brasilianische Form des Jiu Jitsu, die den Schwerpunkt auf Bodenkampf legt, hat es ihm dabei angetan. Mittlerweile hat er es bis zum blauen Gürtel geschafft. Ähnlich wie beim Karate oder Judo gibt es verschiedene Gürtelfarben, die den Fortschritts- und Ausbildungsgrad des Sportlers kennzeichnen. Nico Lonzius ist bereits Deutscher Meister und nun so weit, dass er es mit den Besten in Europa aufnehmen kann. Denn er wird an den Europameisterschaften vom 23. bis 26. Januar im portugiesischen Lissabon teilnehmen.

"Das ist meine erste Europameisterschaft", sagt der Althaldensleber mit Stolz, aber auch Respekt. "Es ist eines der größten Turniere. Hier werden sehr viele Sportler teilnehmen", sagt Lonzius\' Trainer Michael Malischewski. Der Chef der Magdeburger 39-er Kampfkunstschule hat Lonzius ausgebildet und wird auch selbst bei den Europameisterschaften antreten. Er weiß, wie hart der Wettkampf, wie stark die Konkurrenz sein wird. Denn es ist nicht sein erster Wettkampf auf europäischer Bühne.

Ähnlich wie beim Boxen gibt es verschiedene Verbände, verschiedene Meisterschaften. Bei mehreren trat Malischewski bereits an, errang Titel wie Deutscher Meister im Brazilian Jiu Jitsu. Was seinen Schützling und seine Chancen für Lissabon anbelangt, so meint er: "Wir fahren nicht dort hin, um zu verlieren. Ein Platz auf dem Treppchen wäre ein Traum." Nico Lonzius selbst schätzt es so ein: "Für mich ist es die erste Europameisterschaft im Brazilian Jiu Jitsu, ich bin optimistisch und erhoffe mir, viele Erfahrungen zu sammeln. Sicherlich, ein Platz wäre schon ein Traum... Wir werden sehen."

Doch ganz egal wie es in Lissabon ausgehen wird, nur drei Tage nach der Europameisterschaft fährt der Althaldensleber wieder im Rettungsdienst des Landkreises Einsätze und "kämpft" gegen die Tücken des alltäglichen Lebens.

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