Wolfsburg (dpa) l Eine Woche vor dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga ist der VfL Wolfsburg in aller Munde. Die Konkurrenz fürchtet nicht zuletzt angesichts des De-Bruyne-Deals wieder den finanzstarken VW-Club.

Mit dem unmittelbar bevorstehenden Top-Transfer von Kevin de Bruyne sendet der VfL Wolfsburg im Rennen um die Europapokalplätze ein starkes Signal an die Konkurrenz. Eine Woche vor dem Rückrunde in der Bundesliga rückt der finanzstarke VW-Club wieder in das Bewusstsein der Platzhirsche.

Nach überstandenem Medizincheck sollte das gut 20 Millionen Euro teure belgische Top-Talent de Bruyne am Freitagabend einen langfristigen Vertrag beim wiedererstarkten VfL unterschreiben. "Bei Kevin de Bruyne steht der Wechsel kurz bevor", bestätigte Trainer Jose Mourinho von de Bruynes abgebendem Verein FC Chelsea am Freitag.

Auch VfL-Manager Klaus Allofs hatte am Donnerstagabend vor der Heimreise von der Vorbereitungsreise aus China keine Zweifel mehr: "Wir stehen kurz vor dem Abschluss." Fast alle Spitzenclubs der Liga wollten ihn - Wolfsburg bekommt den 22 Jahre alten Angreifer schließlich. Spätestens jetzt rechnen die Top-Teams im Rennen um die Champions-League-Ränge wieder mit dem Tabellenfünften Wolfsburg.

"Dass Wolfsburg eine richtige Macht werden kann, ist allen klar", bekräftigte Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp bei Sky: "Wenn VW richtig die Dose öffnet, wird es für alle anderen ungemütlich." Das bekam der BVB wie auch Leverkusen, Schalke und Gladbach gerade erst im De-Bruyne-Poker zu spüren. "Allerdings hat sich das Thema für uns mit der Forderung von Chelsea über 30 Millionen Euro leider erledigt", sagte etwa Gladbachs Manager Max Eberl der "Rheinischen Post" zum erfolglosen Werben. Schalkes unterlegener Manager Horst Heldt stöhnte im "Kicker" süffisant: "Da hat VW sicherlich einige Touaregs verkauft."

Obwohl de Bruyne nach einer starken Leih-Saison bei Werder Bremen seit dem Sommer unter Mourinho kaum spielte, hat er einen hohen Preis. Die Summe, die Allofs nach London überweist, dürfte die bisherige Club-Rekordablöse für Luiz Gustavo im Sommer an Bayern München noch übersteigen. "In Wolfsburg wird gut gearbeitet und man ist bereit, Gelder in den Markt zu investieren. Ich begrüße das sehr", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der "Bild". Geld hatte Wolfsburg dank Mutterkonzern VW schon immer, nun scheinen es Allofs und Trainer Dieter Hecking auch sinnvoll zu investieren.

"Ich möchte eines klarstellen: Natürlich haben wir gute Voraussetzungen, doch auch wir können nicht einfach in die Schatulle greifen. Auch bei uns gibt es Vorgaben, die wir einhalten müssen", betonte Allofs und dürfte angesichts der Mega-Transfers bei seinen Kollegen ein müdes Lächeln provozieren. Summen wie nun für Luiz Gustavo oder de Bruyne gaben selbst Allofs\' Vorgänger Felix Magath und Dieter Hoeneß nicht für einzelne Spieler aus.

Aber die hohen Investitionen sind nicht alles beim VfL. Allofs und Hecking verfolgen einen Plan bei der Kadergestaltung. Mittlerweile reifen auch Talente wie Robin Knoche oder Maximilian Arnold zu Leistungsträgern. Und dass Geld nicht alles ist, machte Allofs zuletzt auch im Fall von Diego klar. Der bisherige Superstar soll wohl nur ein Angebot zur Vertragsverlängerung zu deutlich reduzierten Bezügen erhalten. Und das Angebot dürfte es auch nur geben, sollte sich der VfL wieder für Europa qualifizieren. Daran scheint es in der Bundesliga derzeit aber wenig Zweifel zu geben. "Wolfsburg ist auf dem Weg nach oben nicht aufzuhalten", meinte stellvertretend Hertha-Manager Michael Preetz.