Magdeburg l Im Mittelpunkt steht er nicht mehr, die Fitness ist geblieben: Ex-Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann aus Magdeburg feiert am heutigen Mittwoch seinen 60. Geburtstag und sagt: "Ich fühle mich nicht wie 60, sondern bin topfit und hoffe, dass das auch noch lange so bleibt."

In gleich drei Fußball-Freizeitteams kickt der Jubilar noch und geht dabei stets ehrgeizig auf Torejagd. Besonders freitags ist er zeitig auf den Beinen: "Mit unserer Freitags-Früh-Truppe spielen wir morgens von 6 bis 7 Uhr."

Spätestens durch die WM 1998 in Frankreich wurde Heynemann weltweit bekannt. "Das war mein größter sportlicher Erfolg. Unter tausenden von Schiedsrichtern die Nominierung zu schaffen, war schon etwas Fantastisches", blickt der Magdeburger mit Stolz zurück.

Seine lange Laufbahn, die 1980 in der DDR-Oberliga begann, endete wegen der Bundesliga-Altersgrenze von 47 Jahren bereits 2001. In der Bundesliga brachte es Heynemann auf 151 Einsätze, zudem pfiff er auf internationaler Clubebene 42 Europapokalspiele und wurde nach dem Einsatz bei der EM 1996 in England schließlich vor 16 Jahren für die Weltmeisterschaft 1998 nominiert. Im gleichen Jahr wurde er zudem als deutscher Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.

Heute ist der Hobby-Golfer noch bei dem einen oder anderen Benefiz- bzw. Prominentenspiel dabei - wie beispielsweise am 8. Oktober 2013 in der MDCC-Arena beim Auftritt der Legenden mit Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus.

Beruflich ist Heynemann bei der Pressestelle der AOK tätig, und auch die Politik lässt den CDU-Mann nicht los: "Ich bin nach wie vor im Magdeburger Stadtrat und kandidiere im Mai bei der Kommunalwahl."

Die großen Auftritte sind allerdings nicht mehr sein Ding. "Als ich noch in Amt und Würden war, sah das anders aus. Jetzt wird der Geburtstag, der mit dem zehnjährigen Hochzeitstag mit meiner Frau Brita zusammenfällt, im engen Familienkreis gefeiert", verriet der Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Nach seinen Wünschen für die Zukunft gefragt, muss Heynemann nicht lange überlegen: "Gesundheit. Alles andere findet sich." Und er fügt hinzu: "Auch wenn das jetzt eher ein Satz fürs Phrasenschwein ist: Wenn man alles hatte, weiß man, was man nicht mehr braucht."