Berlin (dpa) | Zwei Wochen vor den Winterspielen in Sotschi ist eine Terrordrohung per Mail an mehrere Nationale Olympische Komitees publik geworden.

Zunächst berichtete das Nationale Olympische Komitee Ungarns (MOB) über die anonyme Drohbotschaft gegen Athleten in englisch und russisch. Während der MOB-Vorsitzende Zsolt Borkai betonte, man müsse die Drohung "ernst nehmen", sieht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wie auch andere Nationale Olympische Komitees und das IOC die Mails gelassener.

"Wir haben, wie das ungarische NOK, auf die allgemeine DOSB-Adresse mehrmals dieselbe Mail mit unspezifischen allgemeinen Warnungen erhalten. Es scheint sich um eine Rundmail zu handeln", erklärte DOSB-Sprecher Christian Klaue auf dpa-Anfrage. Man nehme alle Hinweise zu Sicherheitsfragen ernst und stünde dazu in engem Austausch mit den zuständigen deutschen Behörden.

Das Österreichische Olympische Komitee bewertet die Mail als nicht bedrohlich. "Das ist ein Fake-Mail von einem Absender aus Israel, der bereits seit einigen Jahren mit diversen Drohungen aktiv ist", versicherte ÖOC-Pressesprecher Wolfgang Eichler auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA. In diesem Fall handele es sich um einen Trittbrettfahrer, der dies schon öfter gemacht habe.

Olympisches Komitee nimmt Drohung ernst

Von Schweizer Seite hieß es, solche Mails kurz vor Winterspielen seien "normal". Das Internationale Olympische Komitee (IOC) betonte, es handele sich um eine Rundmail ohne konkrete Bedrohung. In einer Stellungnahme wiederholte die Ringe-Organisation, dass es das Thema "Sicherheit sehr ernst nehme".

Auch das Nationale Olympische Komitees Italiens (Coni) bestätigte, eine E-Mail mit Terror-Drohungen erhalten zu haben. Das Coni vertraue den "Sicherheitsmaßnahmen, die von den Organisatoren garantiert wurden", heißt es in der Mitteilung. Der Inhalt der Mail sei an die internationalen Sicherheitsbehörden weitergegeben worden.

Die Spiele in der Schwarzmeer-Metropole vom 7. bis 23. Februar haben nicht erst seit dem Doppel-Anschlag von Wolgograd - etwa 640 Kilometer von Sotschi entfernt - eine besondere Bedrohungslage. Islamisten hatten sich zu der Tat bekannt und riefen in einem im Internet veröffentlichten Drohvideo erneut zu Attentaten während der Sotschi-Spiele auf. Es gehe um "Rache" für den Tod von Muslimen in Afghanistan und anderen Ländern.