Suhl l Die Gewichtheber des SSV 1884 Samswegen klettern mit kleinen Schritten aus dem Keller der Bundesliga-Ostgruppe heraus. Mit ihrem überzeugenden 720,8:536,4-Auswärtserfolg beim Athletenclub Suhl verbesserte sich das Sextett aus dem Bördekreis vom sechsten auf den fünften Platz. Fünf Wochen nach der enttäuschenden Niederlage beim Oder-Sund-Team lag für die Samsweger sogar eine Verbesserung ihrer Saisonbestleistung (737 Punkte) im Bereich des Möglichen.

Doch zur Überraschung der Fans "vergeigten" fünf Samsweger Heber ihre letzten Versuche im Stoßen. Lediglich der aus dem thüringischen Sömmerda stammende und für die Bördeheber startende Dirk Springer brachte sämtliche sechs Versuche "durch". Lutz Witzel, für den erkrankten Sportlichen Leiter Wolfgang Weber diesmal "Chef de Mission" der Samsweger, hatte dafür eine einfache Erklärung: "Recht frühzeitig war klar, dass wir hier nicht verlieren würden. Deshalb haben wir unseren Hebern im Stoßen die freie Wahl ihrer Steigerungen erlaubt. Und das ging eben in die Hose."

Lagen die tapferen Gastgeber, bei denen Yvonne Kranz mit 121 mit Abstand die meisten Punkte einheimste, nach dem ersten Wettkampfviertel noch knape vorn, hatten die Thüringer der traditionell deutlich stärker besetzten zweiten Samsweger Gruppe und dem Ansturm der Gäste in ihrer ohnehin besseren Disziplin, dem Stoßen, nichts mehr entgegenzusetzen.

"Nicht unzufrieden" war denn auch Hartmut Stellmacher. Der Samsweger Trainer, einst selbst dreifacher Junioren-Weltmeister, kam sogar ins Schwärmen: "Endlich habe ich wieder mal den absoluten Siegeswillen unserer Heber gesehen." Und sein Samsweger Kollege Günter Schliwka machte auf ein taktisches Detail aufmerksam: "Für uns war wichtig, dass wir diesen Wettkampf im Reißen, Stoßen und Zweikampf 3:0 gewinnen. Das hätte gefährlich werden können, weil Suhl zwei Frauen in seinen Reihen hatte." Schließlich wolle man nach diesem und dem noch folgenden letzten Gruppenwettkampf (22. Februar/H/Eibau) mit 8:10 Zählern Vierter sein.

Dass der erste Bundesliga-Auftritt der Samsweger in Thüringen in Suhl und nicht wie vom für das Bördeteam startenden gebürtigen Thüringer Christopher Roland, in dessen Heimatort Herbsleben stattfand, tat einem gelungenen Bundesliga-Abend keinen Abbruch. Vielmehr lobte Stellmacher die Bedingungen in der Sporthalle Wolfsgrube: "Eine tolle Sportstätte mit einer klasse Atmosphäre."

Samswegen: Winter 76,0 kg Körpergewicht/124 kg Reißen/159 kg Stoßen/283 kg Zweikampf/135 Punkte; Wohl 80,0/115/140/255/95,0; Roland 86,0/128/160/288/116,0; Krümmer 91,6/140/174/314/130,8; Tabaku 96,8/160/183/343/151,0; Springer 106,2/130/170/300/93,0