Magdeburg l Erst wurde ein Brokkoli-Auflauf zum Abendessen gereicht, dann erstellten die Mädels ihren Schlachtplan: Am Vorabend der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (Kurzbahn) in Essen mischten die Schwimmerinnen des SCM selbst das interne Starterfeld. 39 Starts in den 13 Disziplinen waren vorgesehen für die neun Schützlinge von Coach Bernd Berkhahn, und jede sollte auf ihren Strecken die meisten Punkte für das beste Teamergebnis sammeln. Resultat: Der SCM sicherte sich am Wochenende hinter Gastgeber die Silbermedaille und elf persönliche Bestzeiten.

Letzteres taten manche überraschender als erwartet. Zum Beispiel Franziska Hentke, die einige Tage zuvor noch müde und ausgepumpt das Training beendet hatte und die zu diesem Zeitpunkt dachte: "Ich kann die 200 Meter Schmetterling vielleicht in drei Minuten schwimmen." Sie schwamm ihre Paradestrecke aber in 2:05,91 Minuten, sie gewann drei ihrer fünf Einzelstarts, sie schwamm über 100 Meter Rücken und 200 Meter Brust zu Bestzeiten. "Die Mädels haben sich gegenseitig hochgepusht", erklärte Trainer Berkhahn das Erfolgsrezept.

Disqualifikation bei den SCM-Schwimmern

Das hatte sich auf alle ausgewirkt. Paula Beyer legte mit 2:19,92 Minuten über 200 Meter Lagen am Sonntag im Zweikampf mit Frankfurt/Main die Basis für Silber. Daria Berestov schwamm über die 200 Meter Brust allen davon und vier Sekunden (2:29,31/Bestzeit) schneller als zur deutschen Kurzbahn-Meisterschaft im November. "Sie ist leicht geblieben im Gewicht, aber ihre Kraftwerte haben sich klar verbessert", sagte Berkhahn. Mit vier Bestzeiten beendete Laura Kelsch (14) die Meisterschaften. "Herausragend für sie waren die 1:10,16 Minuten über 100 Meter Brust."

Der Jubel überwog beim Coach also trotz des Abschneidens der neun SCM-Männer, die in Kiel am Samstag den Bundesliga-Aufstieg verpasste. Drei Bestleistungen von Hendrik Rijkens (200, 400 m Lagen, 100 m Schmetterling) sowie je eine von Christian Hagen und Ludwig Teßmer (beide 200 m Brust) bei 26 Starts konnten den Sieg der SG Hamburg in der 2. Liga Nord nicht verhindern. Die meisten Punkte verloren die Jungs durch eine Disqualifikation: Chris Kerber kam zu spät zum Start über 200 Meter Lagen, wie Berkhahn frei von Vorwürfen berichtete. Dadurch hatte der SCM bereits knapp 600 Punkte verloren. Da half auch der beste Schlachtplan nichts mehr.

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