Wernigerode/Frankfurt l Es ist nicht nur das Sport-, sondern auch das Medienereignis des Jahres: die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Mehrere Tausend Fernseh- und Radiosender, Print-Journalisten und Fotografen werden live aus dem russischen Olympiaort über die Athleten, ihre Erfolge und Misserfolge und über Hintergründe berichten.

Für das deutsche Team hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ein eigenes Pressezentrum im sogenannten Deutschen Haus eingerichtet. Verantwortlich dafür ist ein Harzer: der Wernigeröder Christian Klaue.

Christian Klaue erleichtert Journalisten die Olympia-Arbeit

"Wir sind ein eingespieltes Team", sagt der 38-Jährige, der in Sotschi bereits seine fünften Olympischen Spiele erlebt. Doch ihn und seine fünfköpfige Mannschaft erwartet dort ein enormes Arbeitspensum. "Wir bekommen täglich zwischen 300 und 400 E-Mails und viele Dutzend Telefonate, darunter vor allem Anfragen von Journalisten und Sportinteressierten", beschreibt Christian Klaue einen normalen Arbeitstag bei Olympischen Spielen. Er vergleicht seine Arbeit gern mit einem Marathonlauf - "nur das Tempo ist wie bei einem Sprint. Und ohne Verschnaufpause". Vier bis fünf Stunden Schlaf müssen dann genügen.

Hilfreich zur Seite stehen dem DOSB-Presseteam zwischen 10 und 15 Kollegen aus den verschiedenen Sportverbänden. "Das ist für uns eine große Erleichterung", sagt der Kommunikationschef.

In Sotschi kommt ihm und seinem Team vor allem die Aufgabe zu, Strukturen zu organisieren, damit Journalisten die Arbeit erleichtert wird. Dazu gehören unter anderem das Organisieren der täglichen Pressekonferenzen, das Abstimmen von Terminen mit den deutschen Sportlern, aber auch das Sammeln aktueller Infos zu den Athleten und Teams. "Dazu ist eine intensive Abstimmung nötig. In 24 Stunden müssen wir so oft wie möglich kommunizieren", so Klaue, der mit seinen Kollegen nicht nur Ansprechpartner für sportliche Fragen ist, sondern beispielweise auch zu Regeln einzelner Disziplinen.

"Vom Sport bekommt man während der Zeit am wenigsten mit." - Christian Klaue

"Die politische Komponente in Russland wird eine besondere Herausforderung", sagt Klaue, der diesmal den Spagat hinbekommen muss zwischen den rein sportlichen Infos und den kritischen Tönen zum Austragungsort.

Christian Klaue unternahm seine ersten journalistischen Schritte Mitte der 199-er Jahre in der Sportredaktion der Wernigeröder Zeitung. Er studierte später in Köln und arbeitete von 2006 bis 2009 als Redakteur des Sport-Informationsdienstes (SID). Für den SID berichtete er bereits von zwei olympischen Spielen. "Sotschi sind inzwischen meine fünften Spiele", zählt er auf. Aber selbst Wettkämpfe live verfolgen, dafür ist kaum Zeit. In Vancouver 2010 konnte er einzig einen Snowboard-Wettbewerb miterleben, bei den Sommerspielen in London 2012 schaute er kurz bei den Bahnradfahrern und den Schwimmern vorbei. "Vom Sport bekommt man während dieser Zeit am wenigsten mit." Gern erinnert sich der Harzer an die Abschlussfeier seiner ersten Olympischen Spiele 2006 in Turin - an seinem Geburtstag. Das herausragende Erlebnis war für ihn aber bisher der Einmarsch mit dem deutschen Olympia-Team ins Stadion von Vancouver.

Christian Klaue: "Das war ein tolles Gefühl, selbst ein Teil dessen zu sein. Aber das Entscheidende sind immer die Athleten."

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