Magdeburg/Berlin l SCM-Interimstrainer Uwe Jungandreas hat zwar noch keine dieser "Begegnungen der besonderen Art" zwischen dem SCM und den Füchsen Berlin an der Seitenlinie erlebt. Dennoch ist er lange genug im Handballgeschäft dabei, um zu wissen: "Über die Brisanz, die in diesem Derby steckt, brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Jeder weiß, dass es neben den Punkten auch noch um vieles andere geht."

Ebenso kennt der Sachse auch die Statistik, die eindeutig gegen die Magdeburger spricht. 13-mal trafen die beiden Liga-Rivalen in einem Pflichtspiel aufeinander, nur dreimal konnte der SCM das Feld als Sieger verlassen - das letzte Mal im März 2009 in Berlin (28:21). Und doch ist es für Jungandreas nicht zuletzt auch wegen des aufbauenden 32:25-Erfolges gegen Hannover vorstellbar, dass seine Jungs ihm anlässlich des 52. Geburtstages am kommenden Sonntag vorzeitig ein dickes Überraschungsgeschenk bescheren.

"Natürlich sind die Füchse zu Hause der klare Favorit. Wir haben dagegen nichts zu verlieren, aber auch nichts zu verschenken", stellte der Trainer klar, der die gegen Magdeburg sprechenden Fakten nicht noch einmal thematisiert habe. "Allen ist klar, das wird ein schwerer Gang, aber irgendwann ist jede Statistik Makulatur."

SCM startet mit Bestbesetzung gegen Füchse Berlin

Vom überzeugenden Sieg gegen Hannover wollte der Trainer, der in Berlin nach der Genesung von Kapitän Fabian van Olphen und Linksaußen Yves Grafenhorst seine Bestbesetzung aufbieten kann, indes nicht allzuviel ableiten. "Handball ist ein Tagesgeschäft, wir werden sehen, was in Berlin möglich ist." Was gegen Hannover positiv gewesen sei, müsse man sich neu erarbeiten und neu abrufen.

"Da gibt es keinen Automatismus. Wir wissen, dass wir die Grenzen gegen einen anderen Gegner neu ausloten müssen", betonte Jungandreas, der in der aggressiven Abwehr und einen nahezu perfekten Rückzug die Schlüssel zum klaren Heimsieg gesehen hatte. "Wenn wir das wiederholen, können wir auch in Berlin gewinnen", glaubt der Trainer, der die Sinne seiner Abwehrspieler besonders für den zweikampfstarken Spielmacher Bartlomiej Jaszka geschärft hat. "Den müssen wir irgendwie in den Griff bekommen."

Angriff ist auch in den Augen von Steffen Stiebler die beste Verteidigung. "Nicht reagieren, sondern agieren", lautet die Devise des Sportlicher Leiters.