Nach dem vierten Sieg in Serie ist Schalke 04 die Mannschaft der Stunde - neben den Bayern natürlich. Chefcoach Jens Keller, der vor acht Wochen eigentlich schon entlassen war und nach Niederlagen stets wie ein Häufchen Elend wirkte, avanciert plötzlich zum Erfolgstrainer.

Reicht es am Ende sogar für Platz zwei oder drei, was die direkte Teilnahme an der Champions League bedeuten würde?

Ganz anders dagegen der Noch-Zweite Leverkusen, der gegen die Königsblauen die fünfte Pleite in sieben Pflichtspielen kassierte. Ob es mit Nationalspieler Sidney Sam besser gelaufen wäre, ist reine Spekulation. Dass aber Teamchef Sami Hyypiä freiwillig auf seinen Offensivmann verzichtete, weil dieser nächste Saison zum Kontrahenten nach Gelsenkirchen wechselt, ist mehr als seltsam. In England mag das gängige Praxis sein, in Deutschland stößt eine solche Entscheidung auf reichlich Unverständnis.

Für Kopfschütteln sorgt auch der Hamburger SV - und das seit Monaten. Nun soll nach der siebten Niederlage in Folge Mirko Slomka das Liga-Gründungsmitglied vor dem ersten Abstieg überhaupt bewahren. Im Moment scheint eine Wende nur schwer vorstellbar.

Aber das war auch bei Keller der Fall, der im "Tollhaus Schalke" immer wieder in Frage gestellt wurde und nun doch die Kurve gekriegt hat. Auf Ruhe darf der 43-Jährige dennoch nicht hoffen. Denn es wird heftig darüber spekuliert, dass im Ringen um Jung-Star Julian Draxler (Vertrag bis 2018, Ausstiegsklausel bei 45,5 Millionen Euro) plötzlich auch die Bayern mitmischen.