Halberstadt l Am Freitagabend (19 Uhr) startet Fußball-Regionalligist Germania Halberstadt bei Viktoria Berlin in die Rückrunde. Nach der gelungenen Generalprobe gegen Oberligist FC Neugersdorf herrscht im Vorharz Zuversicht.

Die ordentliche Leistung und der damit verbundene 2:0-Erfolg gegen die robuste Mannschaft aus Sachsen war nach zuletzt drei sieglosen Testspielen Balsam auf die Halberstädter Seele. "Ich bin zufrieden. Wir haben uns nach der Pause deutlich gesteigert und konzentrierter gespielt", resümierte Trainer Willi Kronhardt.

Sein Team bot gegen die sehr tief stehenden und auf Fehler lauernden Gäste eine beherzte Vorstellung. Die beiden offensiven Außenspieler (Georgi, Nagel) und die Stürmer (Bolivard, Gottschick) rochierten ständig. "Wir müssen variabel bleiben, denn wir wollen nicht ausrechenbar sein", erklärt Kronhardt. Überzahl in Ballnähe durch hohe Zirkulation ist eine Leitlinie des Trainers. "Wir trainieren nichts, was wir nicht spielen lassen."

Germania Halberstadt kämpft mit internationaler Variante

Dass Kronhardt diesen Satz ernst meint, sahen die Zuschauer im Friedensstadion nach fünf Minuten. Mit einer ausgeklügelten Freistoßvariante überraschte die Germania Fans und Gegner. Die Vorharzer stellten bei eigenem Freistoß aus kurzer Distanz einige Spieler im Block hinter die Mauer des Gegners ins Abseits, schossen den Ball jedoch nicht direkt, sondern legten ihn auf einen von außen einlaufenden Spieler ab, der nun die in der Mitte wartenden und nicht mehr im Abseits stehenden Mitspieler anspielen konnte.

"Es ist eine sensationelle Variante, die ich in einem internationalen Testspiel gesehen habe", verriet Kronhardt. Zum Erfolg führte die Ausführung noch nicht. "Es fehlen noch Nuancen, um den Sack zuzumachen", erkannte der Trainer. Während die eigenen Standards gut liefen, brachten gegnerische Ecken wieder einmal höchste Gefahr.

Kronhardt sieht Leistungssteigerung bei Seitz und Stojanovic

"Der Gegner war auch fast zwei Köpfe größer. Dennoch erwarte ich, dass wir gegen den Spieler arbeiten, ihm am platzierten Kopfball hindern und hungrig auf den zweiten Ball sind. Da fehlte mir etwas die Aufmerksamkeit", kritisierte Kronhardt. Bauchschmerzen bereiteten dem Trainer auch einige Ballverluste im Spielaufbau: "Wir müssen das Risiko minimieren, dürfen uns keine Querschläger im Zentrum leisten. Das wissen die Jungs auch."

Nach der Pause senkten die Germanen das Risiko und ließen so kaum noch Torchancen für Neugersdorf zu. Eine Leistungssteigerung nach der Halbzeit sah Kronhardt auch von seinen beiden Außenverteidigern. Sven Seitz und Dennis Stojanovic-Fredin standen in Durchgang eins zu sehr im Schatten des Gegners, waren also nicht immer optimal anspielbar. Für die letzten Trainingstage erhöhte der Trainer noch einmal den Druck. "Es gibt bei mir keine gesetzten Spieler. Es entscheidet die Tagesform."