Magdeburg l Uwe Jungandreas - ein Schleifer? "So ist es uns zumindest kommuniziert worden", berichtet Stefan Kneer über den Ruf, der dem Interimstrainer des SC Magdeburg vorauseilte, noch ehe er die erste Einheit beim Handball-Bundesligisten leitete. "Das Training ist nicht härter als vorher", zieht er den Vergleich zwischen dem aktuellen und vorherigen Coach Frank Carstens. Müde klang Kneer dennoch am Dienstagmittag - "wie immer zu Wochenbeginn", stellte der 28-Jährige allerdings klar.

Hellwach müssen die Magdeburger am kommenden Sonntag bei den Rhein-Neckar Löwen (20.15 Uhr) sein, nicht nur eine Halbzeit lang, sondern in den gesamten 60 Minuten. Zuletzt gegen die Füchse Berlin (24:27) hatten sie den ersten Abschnitt verschlafen: "Wir hatten keinen Zugriff in der Abwehr, wir haben im Angriff unvorbereitet abgeschlossen, es war ein Rückfall in alte Zeiten", erinnert sich Kneer.

Die Mannschaft hat das ausgewertet. Aber längst hat die Vorbereitung auf die neue Aufgabe begonnen. Am Dienstagnachmittag trafen sich die Akteure zum Videostudium. "Wir dürfen uns gegen eine offensive 6-0-Abwehr keine Ballverluste erlauben", erklärt Kneer. "Und im Angriff haben die Löwen auch zugelegt." 42 Tore zuletzt gegen Frisch Auf Göppingen (42:31) haben das bestätigt.

Kneer spielt noch immer gern mit dem SC Magdeburg

So hart wie jene Partie wird das gesamte Restprogramm für die Magdeburger, die in zwölf Partien noch das Ziel "36 Punkte plus X" anstreben. Die Befürchtung, dass die Luft schon zum jetzigen Zeitpunkt der Saison raus ist aus dem Team, kann Rückraum-Shooter Kneer nicht bestätigen. "Wenn die Luft raus wäre", erklärt er, "hätten wir uns in Berlin in der zweiten Halbzeit nicht so rangekämpft." Tatsächlich hatte der SCM vom 9:15 zur Pause auf 17:19 in der 49. Minute verkürzt. Und sich dann "wieder mit zwei, drei Fehlern zu viel" um eine mögliche Wende gebracht. "Das ist es eben, was uns in dieser Saison fehlt: Konstanz und Cleverness."

Vielleicht zeigen die Magdeburger am Sonntag mehr davon in Mannheim, wo Stefan Kneer sich bald einrichten wird in der SAP-Arena. Beschäftigt hat er sich mit seiner Zukunft bei den Löwen, die im Sommer beginnt, noch nicht. "Mein Arbeitgeber ist der SCM, und es macht nach wie vor Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen", betont er - egal, wie hart es wird.