Magdeburg l In der Schlussphase der Partie (Spielstand 1:1) bewies Petersen Mut und wechselte mit Florian Beil, Morris Schröter (jeweils ab der 74. Minute) und Tino Schmunck (81.) gleich drei Offensivkräfte ein. Das Feld u. a. verlassen musste mit Lars Fuchs ein Stürmer, der sicherlich nicht zu den lauffreudigsten FCM-Kickern zählt, der aufgrund seiner Erfahrung aber enorm wertvoll fürs Team ist und mit einer genialen Einzelleistung ein Spiel stets ganz alleine entscheiden kann.

Insofern stieß Petersens Entscheidung nicht bei allen FCM-Anhängern auf uneingeschränkte Zustimmung. Doch der Erfolg gab dem 53-Jährigen recht. Die Flanke des eingewechselten Schröter führte letztlich zum von Nico Hammann sicher verwandelten Handelfmeter und damit noch zum 2:1-Heimsieg.

"Wenn es unentschieden steht und sich ein Spiel dem Ende neigt, steht man als Trainer oft vor der Frage: Nehme ich den einen Punkt mit oder gehe ich brutal Richtung Dreier? Das ist wie beim Spatz in der Hand oder der Taube auf dem Dach", erläuterte Petersen und fügte einen Satz hinzu, der durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen ist: "So etwas kann natürlich auch mal nach hinten losgehen. Und wenn`s nicht funktioniert, muss der Trainer den Kopf hinhalten."

Soll heißen: Der FCM wird, wenn Spiele auf der Kippe stehen, auch in Zukunft das Risiko suchen und auf Sieg spielen.

Im Grunde bleibt den Elbestädtern bei weiterhin sieben Punkten Rückstand auf Neu-strelitz auch gar nichts anderes übrig, wenngleich niemand ernsthaft davon ausgehen durfte, dass der FCM am vergangenen Wochenende Boden gutmachen könnte. Dafür war mit Optik Rathenow der Gegner für Neustrelitz einfach zu schwach. Und auch am kommenden Sonntag ist bei einem erneuten Heimspiel der TSG gegen Meuselwitz nicht unbedingt mit einem Gästesieg zu rechnen.

Der Club hat es da in Halberstadt schon schwerer, will aber auch im Derby konsequent seine Chance suchen.

Petersen verlässt sich dabei aber nicht nur auf den Mut zum Risiko und das nötige Glück, sondern auch auf die spielerische Klasse seiner Mannschaft: "Wir wissen, dass längst noch nicht alles geklappt hat und es einiges aufzuarbeiten gilt. Ich bin mir aber sicher, dass sich diese Mannschaft noch steigern kann und wird."

Das sieht auch Torhüter Matthias Tischer so: "Wir sind auf jeden Fall in der Lage, noch eine Schippe draufzulegen. Man darf eines nicht vergessen: Für uns war es das erste Spiel nach der Winterpause. Da ist es normal, dass es noch nicht rund läuft. Der Berliner AK war dagegen schon seit der Vorwoche wieder im Einsatz."