Magdeburg l Drei Tage nach dem "Systemabsturz" bei den Rhein-Neckar Löwen und drei Tage vor dem nicht weniger schweren Auswärtsspiel beim TBV Lemgo wird beim SCM an vielen kleinen Stellschrauben Hand angelegt. "Es sind zig Kleinigkeiten, die in der Summe zu diesem Einbruch geführt haben, und es sind auch zig Kleinigkeiten, die wir jetzt anschieben müssen, damit wir aus dieser kritischen Situation wieder herauskommen", erklärte am Mittwoch Steffen Stiebler, der Sportliche Leiter.

Der langjährige Abwehrchef und Ex-Kapitän der Magdeburger war es auch, der direkt nach dem Spiel, in dem es einen Negativ-Rekord der besonderen Art gab (18:1-Lauf des Gegners), in der Kabine Klartext geredet hat: "Selbstverständlich gab es da von meiner Seite eine Information. Nach so einer Sache kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Es stimmt schon, es war sehr emotional, aber ich war nicht beleidigend. Ich habe nur gesagt, womit ich nicht einverstanden bin und klargemacht, dass es so nicht weitergeht."

Der Kabinenpredigt folgten Einzelgespräche. "Damit sind wir noch nicht durch, aber ich habe bis jetzt zumindest den Eindruck, dass die Jungs selbst ein großes Interesse daran haben, die Probleme zu lösen. Wichtig ist, dass wir gemeinsame Ansätze finden, was verändert werden kann oder muss", so Stiebler.

Der Sportchef bekräftigte noch einmal die Notwendigkeit, die Hierarchien zu ändern: "Vor allem im Angriff muss noch klarer werden, wer hier das Sagen hat: Da sehe ich vor allem Marko Bezjak, Michael Haaß und Bartosz Jurecki gefordert." Strukturen kontinuierlich zu verändern, brauche allerdings auch Zeit, "und die Bereitschaft, sich selbst einbringen zu wollen. Denn ich sage an dieser Stelle auch: Wer nicht mitmacht, ist außen vor und hat auch keinen Anspruch zu spielen."

Druck von außen habe es indes nicht gegeben, beteuerte Stiebler: "Natürlich sind auch die Sponsoren bestürzt und enttäuscht nach so einer Vorstellung, das ist normal." Aber es habe nicht einen gegeben, der mit "Liebesentzug" gedroht habe.