Magdeburg/Kienbaum l Premierenfieber bei Martin Wierig - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Wenn der Diskuswerfer vom SC Magdeburg seinen Mercedes am kommenden Sonnabend in Richtung Berlin steuert, dann steht ihm ein Wettkampf der besonderen Art ins Haus. Denn genau Letzteres ist das Stichwort - Indoor. Gemeint ist die O2-Wold und unter dem Dach der Arena sollen auch die Disken fliegen.

Der Wettkampf der Hünen um Olympiasieger und Lokalmatador Robert Harting ist mit Sicherheit das Highlight des 1. Indoor-ISTAF und Vize-Weltmeister Piotr Malachowski wurde getreu dem Motto: Das Beste kommt zum Schluss, bewusst ans Ende der dreistündigen Veranstaltung gesetzt. Auch Wierigs Vorfreude auf das Event der Extraklasse währt schon seit Tagen. Dass die Aufregung allerdings sogar in Fieber umschlug und den Zwei-Meter-Recken zur Abreise aus dem Trainingslager zwang, war so nicht geplant: "Jetzt kann man wirklich sagen, dass ich dem Meeting entgegengefiebert habe, denn ich habe mir einen grippalen Infekt zugezogen, deshalb habe ich zwischendurch die Zelte in Kienbaum abgerochen und bin nach Hause gefahren, um mich pflegen zu lassen", erklärt Wierig.

"Inzwischen ist alles überstanden und mein Start am Samstag ist nicht in Gefahr. Aber ein wenig Substanz hat mich das Ganze sicher gekostet, ich bin gespannt, was am Ende herauskommt", so der WM-Vierte, der noch bis Freitag in seiner "zweiten Heimat" bleiben und die Zeit nutzen will, um an der Technik zu feilen. "Die leidet ja im Wintertraining immer etwas darunter, dass man verstärkt im Kraftbereich arbeitet. Wir haben viel mit schweren Kugeln und Stäben geworfen, da muss jetzt schon noch etwas der Feinschliff kommen."

Eine Weite vorauszusagen, fällt dem 26-Jährigen aber nicht nur deswegen schwer. "Ich habe ja auch noch nie in der Halle geworfen, ich weiß nicht, wie weit das unter realen Bedigungen ohne Wind und alles gehen kann. Ich bin echt gespannt. Aber wenn ich an meine Winterwurf-Leistung vom Januar mit 63,80 Meter herankommen würde, wäre ich ganz zufrieden."

Doch noch etwas anderes schwirrt dem Hünen vor dem Hallen-Wettkampf im Kopf her-um: "Ich habe schon etwas Angst wegen der Zuschauer und ob das alles sicher ist.Mir ist immer noch ein Rätsel, wie sie den Wettkampf durchziehen wollen, ohne das etwas kaputtgeht oder jemand Schaden nimmt."

Diese Ängste kann dem Magdeburger Michael Hapka, der Geschäftsführer der O2 World nehmen: "Die Zuschauer werden durch stabile Netze geschützt, die an Traversen vom Arenahimmel herabgelassen und mit Sandsäcken beschwert werden." Man werde an diesem Abend nichts dem Zufall überlassen und habe an alles gedacht. "Wir haben sogar die maximal möglichen Flugparabeln der Wurfgeräte berechnen lassen. Sie reichen nicht an den Videowürfel unterm Arenadach heran, trotzdem werden wir ihn noch durch ein extra Netz schützen."