Am 23. Bundesliga-Spieltag war eigentlich für jeden etwas dabei. Die Partie in Braunschweig lieferte mit zwei Eigentoren der Keeper einen Beitrag fürs Kuriositäten-Kabinett. Werder Bremen machte im 100. emotionsgeladenen Nordderby einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Bayern spielt die Konkurrenz weiter schwindelig, während Schalke nach elf Gegentoren innerhalb weniger Tage seine Wunden leckt. Und Bayer Leverkusen muss nach der fünften Pflichtspielpleite in Folge aufpassen, nicht durchgereicht zu werden.

Dabei fällt auf, dass die Misserfolge Methode haben. Kommt der Werksclub auf Touren, werden mitunter begeisternde Leistungen gezeigt. Bei einer Krise tauchen dagegen regelmäßig alle ab. Vielleicht liegt`s ja daran, dass keiner auf den Tisch haut. Die Spieler gehören eher in die Kategorie "Schwiegermutters Liebling", und der stets um Harmonie bedachte Sportchef Rudi Völler setzt zumeist auf das Prinzip Hoffnung.

Von solchen Abgründen ist der zweite Werksclub VfL Wolfsburg zwar noch weit entfernt, aber wie heißt es so schön: Wehret den Anfängen! Auf jeden Fall ist ein 2:6 in Hoffenheim ein Ergebnis, wonach man nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen sollte.

Beim Blick auf die Tabelle nach der 23. Runde fällt auf: Wieder alles beim Alten. Die Bayern vor Borussia Dortmund. Wobei es schon auffällig ist, wie kampflos die Konkurrenz den Münchnern das Feld mittlerweile überlässt. Schalke zum Beispiel hätte vielleicht doch den scherzhaft gemeinten Vorschlag von Trainer Jens Keller umsetzen sollen, den Mannschaftsbus ins Tor zu stellen ...