Von Janette Beck

Magdeburg/Berlin l Dröhnende Beats am späten Abend, lautstarke Unterstützung der rund 10 800 Zuschauer, das war für Diskuswerfer Martin Wierig wie bestellt: Der Magdeburger, ohnehin ein "Morgenmuffel", war beim 1. Indoor ISATF zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Hellwach erwischte der Magdeburger Olympiasieger Robert Harting auf dem falschen Fuß und schleuderte den Diskus auf 64,82 Meter. Der Sieg war ihm damit sicher.

Harting (62,20) musste sich sogar nur mit Rang vier zufriedengeben. "Ich muss etwas verbessern, ich muss gewinnen", erklärte der Berliner selbstkritisch, der mit dafür gesorgt hatte, dass bei der Veranstaltung überhaupt Disken geflogen sind.

Keine Probleme hatte dagegen der WM-Vierte Wierig. Er verfehlte die 34 Jahre alte deutsche Hallen-Bestmarke des Berliners Wolfgang Schmidt nur um 1,38 Meter. Für Hartings Rivalen Piotr Malachowski aus Polen blieb Platz zwei (63,73). "Ich bin der Mann hinter Robert. Und ich versuche, mich Schritt für Schritt mehr in den Vordergrund zu drängen", bekannte Wierig und lobte das unvergleichliche Ambiente in Berlin. "Das war krass. Ich bin froh, dass es so weit ging", so der Magdeburger, der sich von der Siegerprämie "ein leckeres argentinisches Rindersteak extra" leisten wollte.

Geglänzt haben bei der Premiere in Berlin auch andere: Weltmeister David Storl überzeugte mit 21,20 Meter im Kugelstoßen. Deutsche Jahresbestleistungen erzielten Stabhochspringer Malte Mohr mit 5,90 Meter und die sechsmalige deutsche Hallen-Meisterin Verena Sailer im 60-Meter-Sprint (7,12 Sekunden). Über 60 Meter Hürden glänzte Olympiasiegerin Sally Pearson aus Australien in 7,80 Sekunden, nachdem sie im Vorlauf die Weltjahresbestzeit schon auf 7,79 Sekunden gedrückt hatte.