Magdeburg l Boxkämpfe um die deutsche Meisterschaft im Schwergewicht sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: Nicht einmal zwei Runden währte das Duell zwischen Titelverteidiger Michael Wallisch vom Magdeburger Boxstall SES und Frank Schadwill aus Halberstadt, da knallte der Herausforderer nach einer krachenden Rechten des Champions völlig kampfunfähig auf die Bretter. Bereits nach 20 Sekunden der ersten Runde hatte der 30-Jährige schon schwarz gesehen, als ihn Wallisch mit einem Körpertreffer malträtiert hatte.

Dass SES-Promoter Ulf Stein-forth seinen ambitionierten Boxer hinterher lobte, gehört zum Geschäft: "Ein K.o. sieht immer so einfach aus, aber so einen 100-Kilo-Baum zu fällen, das musst du erst einmal schaffen. Micha hat das super hingekriegt. Er hat seinen Gegner genau ausgespäht und ihn dann mit dem entsprechenden Hammer niedergestreckt."

Allerdings ändert das nichts an der schwachen Vorstellung des 30-jährigen Herausforderers, der mit einer weißen Weste (7 Kämpfe/7 Siege, davon 6 durch K.o.) zum "Derby" in der Getec-Arena angetreten war. Trotz dieser makellosen Statistik war das ungleiche Duell eines Titelkampfes in der Königsklasse nicht würdig.

Auch für den unterforderten Wallisch ("Warum soll ich lange fackeln, wenn ich die Chance zum K.o. habe.") hatte der zehnte Sieg im zehnten Kampf nur statistischen Wert. Um sich für höhere Weihen zu empfehlen, müssen für den 28-Jährigen andere Kaliber her. Nur fallen die in Deutschland offensichtlich nicht vom Baum.