Magdeburg l Lio wird im Jahr 2020 eingeschult, aber ob er dann auch den Lehrplan für Sachsen-Anhalt kennenlernen wird, ist eher fraglich. "Man sollte nie nie sagen", sagte sein Vater dazu lächelnd. Zumindest werden sich Robert Weber und Gattin Lisa nun nach einem geeigneten Kita-Platz umsehen. Denn ganz sicher bleibt Lio wenigstens noch ein Weilchen ein Magdeburger Jung. Weber hat nämlich am Donnerstag einen neuen Pakt geschlossen mit dem SCM, der Rechtsaußen verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 30. Juni 2017.

"Ich habe sofort unterschrieben", betonte Weber. Nachdenken musste er darüber keine Sekunde. "Robert spielt seit Jahren auf einem sehr hohen Level", erklärte Magdeburgs Sportlicher Leiter Steffen Stiebler. "Wir sind froh, dass er auch in den nächsten Jahren für uns auf Torejagd geht." In diesem Jahr geht Weber das so gut, dass er sich auf Platz drei der Bundesliga-Torjägerliste geworfen hat mit bislang 163 Treffern - noch 16 von der Krone entfernt. "Das ist ziemlich weit weg", meinte Weber. "Aber es ist sowieso das Beste, man spielt einfach weiter wie bisher."

Das erhofft sich Tim Hornke nun nicht, er will mehr: 230 Kilometer von Magdeburg entfernt bestätigte der 23-Jährige ebenfalls am Donnerstag mit seiner Unterschrift in Lemgo ein offenes Geheimnis (Volksstimme berichtete). Für zwei Jahre hat Hornke seinen Pakt mit dem TBV geschlossen. Nicht wenige werden ihn dazu beglückwünschen - Hornke sich selbst wohl am meisten. "Die Situation beim SCM ist so, dass ich hinter Robert nur sehr wenig zum Einsatz komme, aber für meine persönliche Entwicklung ist es wichtig zu spielen", wird er auf der Internetseite des TBV zitiert. Und er ergänzte: "Lemgo ist ein Verein mit einem Trainer (der 39-jährige Niels Pfannenschmidt/d.Red.), der erfolgreich mit jungen Spielern arbeitet." Nicht nur deshalb wird dem Hannoveraner Hornke zugetraut, dass er beim Magdeburger Liga-Konkurrenten aus jeglichem Schatten der vergangenen vier Jahre beim SCM springen kann.

Derweil setzt Magdeburg künftig auf Rechtsaußen hinter Weber auf den eigenen Nachwuchs: Zur neuen Saison steigt André Czech, A-Junior und Jugend-Nationalspieler, ins Training der Ersten ein.

Damit der Veränderungen nicht genug: Den Kontrakt mit Marko Bezjak (27) hat der SCM ebenfalls um zwei Jahre bis 2017 verlängert, was wiederum nicht allein der Tatsache geschuldet ist, dass "andere Vereine an ihm dran gewesen sind", sagte Stiebler. Verständlich: Bezjak verkörpert - mit Blick auf die jüngere SCM-Vergangenheit - die perfekte Mischung aus Stian Tönnesen und Damir Doborac. Deshalb: "Marko ist für uns künftig ein ganz wichtiger Baustein", erklärte Stiebler zum Mittelmann aus Slowenien. "Er gehört zu den Leistungsträgern, die den SCM in den nächsten Jahren führen und das Korsett der Mannschaft bilden sollen."

Das wird Marco Oneto nicht: Den einjährigen Kontrakt des 30-jährigen Chilenen lässt der SCM mit Saisonende auslaufen. "In der kommenden Saison sehen wir uns mit Bartosz Jurecki, Jacob Bagersted und Maciej Gebala auf der Kreisläuferposition gut aufgestellt", so Stiebler. Nichts Neues gibt es derweil in der Personalie Kjell Landsberg, dessen Verbleib von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig gemacht wird.

Landsberg hat nach dem jüngsten Erfolg in Lemgo (29:26) übrigens folgenden Satz geprägt: "Der Handballer, der nicht motiviert ins Spiel geht, kann sich einen anderen Job suchen." Gerade die Fähigkeit zur Motivation wird am Sonntag ganz besonders abverlangt: Zu Gast in der Getec-Arena (17.15 Uhr) ist nämlich das Schlusslicht (sieben Punkte) aus Emsdetten, das zudem auf einige Akteure verletzungsbedingt verzichten muss. "Wir wollen Emsdetten nicht stark reden, aber die Mannschaft kann befreit aufspielen. Beim Sieg in Eisenach (28:26/d.Red.) hat man gesehen: Wenn man ihnen den kleinen Finger gibt, nehmen sie die ganze Hand", warnte Magdeburgs Coach Uwe Jungandreas, der bis auf Oneto (Lehrgang mit dem Nationalteam) alle Akteure aufbieten kann.

 

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