Mit seiner Randbemerkung wegen des urlaubsbedingten Fehlens von FCM-Sportchef Mario Kallnik beim 1:2 am Sonntag gegen Union Berlin II hat Trainer Andreas Petersen heftige Reaktionen ausgelöst. Präsident Peter Fechner will sich des Themas allerdings nur in interner Runde annehmen.

Magdeburg l Als hätte der 1. FC Magdeburg nicht genug offene Baustellen - mit seiner unbedachten Äußerung in kleiner Runde über Präsidiumsmitglied Mario Kallnik ("Da sieht man mal, wie wichtig das hier genommen wird, wenn in dieser Phase der Sportchef eine Woche in den Urlaub fährt."/Volksstimme berichtete) hat Trainer Andreas Petersen erneut eine Diskussion um seine Person entfacht.

Zwar scheint die Zustimmung für den Coach zu überwiegen, doch werden auch warnende Stimmen laut. Die geben zu bedenken, dass Petersen ausgerechnet in den Tagen, in denen über seinen künftigen Arbeitsplatz entschieden wird, ein weiteres Mal übers Ziel hinausgeschossen ist.

Dennoch - der 53-Jährige nahm gestern kein Blatt vor den Mund, erhärtete vielmehr seine Aussage vom Sonntag: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen, habe nichts Falsches gesagt. Denn, wenn ich brenne, fahre ich nicht bei solch einem wichtigen Spiel in Urlaub. Mario Kallnik war nicht da. Er hat das Spiel gegen Union nicht gesehen, und es ist schwierig, es aus der Ferne zu beurteilen. Für mich ist es fragwürdig: Glaubt man noch an den Trainer oder ist womöglich schon eine Entscheidung gefallen?"

Der von ihm geäußerte Satz entspreche der Wahrheit. Petersen kramte zudem in seiner Erinnerung und berichtete, er habe Kallnik allein in der ersten Halbserie bei vier FCM-Punktspielen vermisst: "Ich kann das Wort Ehrenamt nicht mehr hören. Es geht schließlich für den FCM um alles und für mich um den Arbeitsplatz."

Überraschter Kallnik

Kallnik, der noch bis zum Wochenende im Urlaub weilt, zeigte sich "überrascht von dieser merkwürdigen und fraglichen Äußerung" des Chef-Übungsleiters. Er habe noch am Sonntag nach der Partie mit Petersen telefoniert und wisse "genau über das Spiel Bescheid". Er, Kallnik, stelle sich vielmehr "die Frage, ob Andreas Petersen noch für den FCM arbeiten will". Das Präsidium habe dem Trainer "immer wieder gesagt, dass wir miteinander arbeiten wollen, aber es kommt wenig zurück".

Kallnik erneuerte seinen Standpunkt, eine Entscheidung in der Trainerfrage werde "nicht vor Ende März/Anfang April fallen - so wie wir das schon seit November immer wieder zum Ausdruck bringen".

Allein auf die konkrete Frage, ob mit der Kritik das Tischtuch zwischen Petersen und dem FCM zerschnitten sei, wich der Sportchef aus: "Ich ordne alles dem Erfolg des FCM unter. Und allein daran wird der Trainer gemessen."

Fechner will interne Klärung

Auch Peter Fechner wollte gestern auf Volksstimme-Nachfrage nichts von einer (Vor-)Entscheidung für oder gegen Petersen wissen, "weil wir ständig miteinander reden". Der FCM-Präsident stellte sich vielmehr vor Präsidiumsmitglied Kallnik: "Er ist im Ehrenamt für Finanzen und sportliche Belange verantwortlich. Das deckt im Normalfall ein Hauptamtlicher ab, den wir uns als Verein aber derzeit nicht leisten können."

Er verstehe die Aufregung nicht, wenn ein ehrenamtliches Präsidiumsmitglied in Abstimmung mit seinem Arbeitgeber (Kallnik ist AOK-Regionalleiter) Urlaub nimmt. Schließlich würden die Trainer dafür bezahlt, "dass sie ihre Arbeit machen". Fechner: "Riesig, was Mario neben seinem Beruf in seinem Ehrenamt leistet. Dafür erwarte ich Respekt."

Von der zur Unzeit erneut hochgekochten Personalie Petersen will sich der FCM-Chef nicht unter Druck setzen lassen. "Wer sich so gegenüber einem Journalisten äußert, muss wissen, was er tut. Das ist umso unverständlicher, weil wir mit Andreas Petersen im ständigen Dialog sind. Wir werden uns im Präsidium mit diesem Thema befassen, nicht aber in der Presse", legte Fechner das Thema für gestern zu den Akten. Meinung