Magdeburg l Dimitris Polychroniadis hat beim Training am Montag seine Worte auch an das Herz jedes einzelnen Spielers gerichtet. Egal, woher sie kommen, ob aus Deutschland, aus den USA oder aus Griechenland - sie alle spielen für Magdeburg in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A, sie alle spielen um den Klassenerhalt, sie alle sollen teamorientiert und sortiert agieren. Und nicht "chaotisch und exzentrisch", wie der Coach den enttäuschenden Auftritt seiner Otto Baskets zuletzt bei der 63:89-Niederlage in Essen beschreibt. Am Sonnabend kann das Team also alles besser machen gegen rent4office Nürnberg (Beginn 19 Uhr, Gieselerhalle).

Den Worten ließ der 44-Jährige Videos folgen, Analysen der Fehler, zudem die individuelle Vorbereitung auf den nächsten Gegner. "Ich habe ihnen erklärt, was war, was ist, was werden muss", nennt es Polychroniadis. Aber dann endete auch die Rückschau, "der Blick geht wieder nach vorn". Dort wartet nun ein Kontrahent, der mit jenem vom 1. November 2013 kaum zu vergleichen ist, am damaligen sechsten Spieltag gewannen die Otto Baskets ihr erstes Saisonspiel überhaupt (89:75). "Das ist lange her, seit dem hat sich einiges verändert, in beiden Teams", weiß der Coach. Spieler gingen, Spieler kamen, bei Nürnberg wurde zudem der Coach ausgetauscht, er heißt nun Benjamin Travnizek, er führte die Franken auf den Play-off-Platz sieben. Auch dank des zwischenzeitlichen Neuzugangs Bingo Merriex, der auf 9,6 Punkte und 6,6 Rebounds im Schnitt kommt. Top-Scorer bei Nürnberg ist derweil Cornelius Adler mit 15,7 Punkten pro Match.

Bei Magdeburg überzeugte Leonard Washington seit seiner Verpflichtung im Januar. 12,7 Punkte pro Spiel stehen in seiner Bilanz. Aber er ist abhängig von seinen Vorbereitern. "Wichtig ist, dass wir die freien Würfe kreieren", erklärt Polychroniadis, der wieder auf Edward Seward (fehlte zuletzt aufgrund eines Todesfalls in der Familie) zurückgreifen kann. Und wichtig ist es dann, dass die Baskets die Chancen verwerten. In Essen war weder zum einen, noch zum anderen gekommen. "Wir müssen jetzt unser Glück in die Hand nehmen", stellt Polychroniadis mit Blick auf die Tabelle klar. Karlsruher mit zwölf, Cuxhaven, die Magdeburger und Leverkusen mit je 14 Punkten kämpfen um einen der rettenden Plätze 13 und 14.

Polychroniadis: "Wenn wir eines nicht dürfen, ist es, auf Niederlagen der anderen Teams zu hoffen."