Muss man jede neue technische Errungenschaft annehmen und umsetzen? Nein, ich glaube nicht. Trotzdem wird sich wohl die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) am heutigen Montag für die Einführung der Torlinientechnologie aussprechen und dem Vorbild des Weltverbandes Fifa folgen. Der hat "GoalControl" für die WM im Sommer in Brasilien beschlossen. Ein einstimmiges Ergebnis bei der Tagung in Frankfurt/Main ist wohl eher nicht zu erwarten, dennoch dürfte die technische Revolution eine breite Mehrheit finden unter den Vertretern der 36 Profivereine aus 1. und 2. Bundesliga.

Vor allem die Befürworter der Torlinientechnologie dürften beim torlosen Remis des 1. FC Köln gegen den VfR Aalen an diesem Wochenende in der 2. Liga nochmals Argumente gesammelt haben. Ein eindeutiger Beweis ließ sich selbst mit den TV-Kameras nicht führen. Also muss die Technik her, mit Kamera oder Chip im Ball, frühestens wohl ab Sommer 2015.

Fußball lebt von Emotionen, von einfachen Regeln, die weltweit gelten und nahezu überall angewendet werden können. Zu viel Technik schadet nur, und mit der Einführung einer Torlinientechnologie wird sich der Profi-Fußball ein großes Stück von seiner Basis entfernen. Und was kommt als nächstes? Abseits, Elfmeter, Platzverweis - wird jede Entscheidung des Schiedrichters künftig am Bildschirm überprüft? Hoffentlich nicht. Der Fußball sollte sich einfach auf eine seit Jahrzehnten bewährte Regel besinnen: Tatsachenentscheidung bleibt Tatsachenentscheidung.