Magdeburg l "Die positive Stimmung in der Stadt ist überall spürbar. Immer mehr Leute werden aufmerksam, registrieren, dass hier etwas entsteht. Man sieht es auch an den Zuschauerzahlen." Das sagt einer, der sich auskennt, hier aufgewachsen ist - Torhüter Matthias Tischer (28 Jahre).

Nach dem 6:0-Kantersieg gegen Rathenow wurde die Mannschaft, die seit dem Wochenende erstmals auch das bessere Torverhältnis gegenüber dem Spitzenreiter aufweist, frenetisch gefeiert. Und die Ultras skandierten mit Blick auf das Gipfeltreffen in Neustrelitz lautstark: "Auswärtssieg, Auswärtssieg!"

Der psychologische Vorteil liegt klar auf Seiten des FCM, nachdem der Tabellenführer in der Rückrunde schon zweimal verloren hat, zuletzt mit 0:4 bei Viktoria Berlin. Der "Nordkurier" berichtete von einer "desolaten Leistung und folgerichtigen Niederlage, weil die Mannschaft viel zu wenig investierte". Gleichwohl laufen alle Planungen weiterhin in Richtung 3. Liga - die Lizenz ist beantragt, der Stadion-Umbau angeschoben.

"Gut möglich, dass Neustrelitz jetzt nervös wird. Wir fahren jedenfalls mit einer großen Portion Selbstvertrauen dorthin", meinte Torjäger Christian Beck, der am Sonntag bereits seinen 17. Saisontreffer markierte. Ein weiteres Plus ist aus seiner Sicht die Unterstützung durch die eigenen Anhänger, die die Mannschaft bereits in Halberstadt und Jena beflügelt hatte.

Alle Beteiligten betonen indes, dass sich der Titelkampf nicht am Sonntag in der 22 000 Einwohner zählenden früheren Residenzstadt inmitten der mecklenburgischen Seenplatte entscheiden wird. "Es sind erst zwei Drittel der Saison absolviert. Und beide Teams haben ein richtig schweres Programm vor sich", konstatierte FCM-Sportchef Mario Kallnik.

Das sieht auch Routinier Lars Fuchs so, der gegen Rathenow in Halbzeit eins einen Hattrick erzielte (siehe Infokasten), damit auf Rang vier der Regionalliga-Torjägerliste kletterte und sich zum Knallerspiel wie folgt äußerte: "Natürlich fahren wir nach Neustrelitz, um drei Punkte zu holen. Sollte das nicht klappen, haben wir trotzdem weiter alle Chancen. Nur verlieren dürfen wir nicht."