Potsdam/Magdeburg l Mit ihren Gegnerinnen kennt sie keine Gnade, bei Streuselschnecken und Hundewelpen wird sie dagegen "schwach": Ramona Kühne. Die brandenburgische Weltmeisterin vom Magdeburger Boxstall SES hat in der Nacht zum Sonnabend in Potsdam ihre WBO-, WIBF- und WBF-Titel gegen die Ungarin Gina Chamie - ganz uncharmant - verteidigt. Mit der Erfahrung von 22 Profikämpfen ließ die top-fitte Championesse der 24-Jährigen nicht den Hauch einer Chance. Nach vielen Körper-Treffern und einigen deftigen Leberhaken drohte Chamie bereits Ende der sechsten Runde das Aus. Zur nächsten Runde trat sie aufgrund einer Ellenbogenverletzung nicht mehr an.

"Dass der Ringrichter den Kampf hatte abbrechen müssen, war schade, ich war gerade so richtig drin. Aber ohne überheblich zu wirken, in der nächsten Runde hätte ich meine Gegnerin sowieso geknackt", stellte die 33-jährige Kühne selbstbewusst klar, was ohnehin jeder der 3200 Zuschauer in der MBS-Arena hatte sehen können: Ramona Kühne war, ist und bleibt im Superfedergewicht bis auf Weiteres die Chefin im Ring.

Zur Belohnung gab es unmittelbar nach dem Kampf die bereits traditionelle Streuselschnecke. Und am nächsten Tag machte Kühne, die bereits den sechsjährigen Rhodesian-Ridgeback-Rüden Lee als "Trainingshund" an ihrer Seite hat, die Ankündigung vom Familienzuwachs wahr: Sie holte die zwölf Wochen alte Hündin Lybaya (afrikanisch = junge Löwin) vom Züchter ab. Sehr zum "Leidwesen" von Trainer und Ehemann Stefan Kühne, der augenzwinkernd meinte: "Jetzt spiele ich bei Ramona nur noch die dritte Geige."