Straubing/Zerbst l "Ich kann mich über die Bronzemedaille nicht wirklich freuen", sagte der enttäuschte Präsident der Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst, Lothar Müller, nach dem souverän gewonnenen kleinen Finale bei der Champions League im bayrischen Straubing. Der amtierende deutsche Meister und Weltpokalsieger hatte gestern zwar gegen Zapresic (Kroatien) klar mit 6:2 Mannschaftspunkten (MP) und 3948:3727 Kegeln gewonnen, aber einen Tag zuvor das Halbfinale gegen KK Zadar (Kroatien) knapp mit 3:5 (3757:3766) verloren.

"Leider konnten wir nur unser wahres Leistungsvermögen nur im Spiel um Platz drei abrufen. Im Halbfinale haben wir in einer Schwächephase eine taktische Fehlleistung hingelegt", erklärte Müller, der anfügte: "Wir waren einfach nicht mutig genug, im entscheidenden Moment auszuwechseln. So fehlten uns am Ende zehn Kegel oder ein mehr erzielter Satzpunkt."

Im Halbfinale waren Mathias Weber (673) und Boris Benedik (648) die überragenden Zerbster Akteure. Den entscheidenden Satz- und damit Mannschaftspunkt verlor Thomas Schneider (590) mit dem letzten Wurf. "Die zehn Kegel waren aber bei jedem noch drin", so ein enttäuschter Teamchef Timo Hoffmann.

Im kleinen Finale präsentierten sich die Rot-Weißen in gewohnter Weltklasse-Form. Die Slowenen im Zerbster Team, Uros Stoklas (686) und Benedik (684) sowie der neu ins Team gerutschte Youngster Christian Helmerich (670), zauberten "Wahnsinns-Ergebnisse" auf die Bahnen. "Momentan ist die Stimmung nicht so toll. Aber in ein bis zwei Stunden können wir uns sicher auch über die Bronzemedaille freuen", meinte SKV-Sportwart Andreas Förster versöhnlich.

Die Champions League gewann Titelverteidiger Szeged (Ungarn), der Kroaten aus Zadar mit 5:3 MP und 3909:3756 Kegeln in die Knie zwang.