Magdeburg l Ohne stichhaltige Belege dafür zu haben, ob und wenn ja, wie viele Bierchen nach den letzten Punktgewinnen in Lemgo, Kiel und Lübbecke geöffnet wurden - die letzten Heimfahrten des SC Magdeburg mit dem Mannschaftsbus waren sicher jene der angenehmeren und schöneren Art. "Auf jeden Fall hatten wir viel Spaß und die Stimmung war bestens", wollte Torjäger Robert Weber, der als österreichische Frohnatur Feste zu feiern weiß, nicht weiter aus dem Nähkästchen plaudern.

Auch Andreas Rojewski hütet sich davor, Internas preiszugeben. Er verrät vielmehr, womit er sich zuletzt die Zeit auf den Rückfahrten vertrieben hat, denn er befindet sich ohnehin in der Fastenzeit und verzichtet freiwillig bis Ostern auf Alkohol - und zugunsten einer guten Sache (Zerbster Kindertafel) auch auf Süßigkeiten: "Bei drei Stunden Busfahrt ist viel Zeit. Da schaut man sich auch schon mal den Tabellenstand genauer an und beginnt rumzuspinnen, was wäre, wenn das so weitergeht", so Rojewski angesichts von nunmehr 31 Pluspunkten und fünf Spielen in Folge, in denen der SCM ungeschlagen ist.

"An dieser Serie haben wir uns inzwischen festgebissen", stellt der Linkshänder mit Genugtuung fest. Und er geht in seinen Gedankenspielen noch weiter. "Wenn ich mir unser Restprogramm anschaue und das von MT Melsungen, "dann ist nach oben schon noch einiges möglich", ist Rojewski überzeugt. "Von Melsungen trennt uns nur noch ein Punkt. Der 6. Platz ist also in greifbarer Nähe, und er ist für uns ein Ziel, für das es sich so oder so zu kämpfen lohnt", stellt er klar, obwohl nicht endgültig feststeht, ob der sechste Rang am Saisonende reicht, um ein Ticket für den EHF-Cup zu lösen.

SC Magdeburg will Sieg gegen HSV Hamburg

Unabhängig davon wollen Rojewski Co. nach der Länderspielpause am 15. April mit einem weiteren Erfolg im Heimspiel gegen den HSV Hamburg unbedingt anknüpfen. "Wir müssen versuchen, im Rhythmus zu bleiben und unsere gute Entwicklung beizubehalten, auch wenn erst einmal die Hälfte der Mannschaft fehlt", schaut Rojewski voraus.

Aber nicht zu weit, denn wer vorher rechnet, rechnet möglicherweise zweimal, weiß auch das Magdeburger Eigengewächs, das in der Vergangenheit nur zu oft von unvorhergesehenen Unfällen oder Verletzungen gestoppt wurde: "Wir sind gut beraten, weiter nun von Spiel zu Spiel zu schauen. Alles andere könnte in die Hose gehen."

Worauf Rojewski allerdings weiterhin baut, ist die im Vergleich zur Hinserie wesentlich entspanntere Personalsituation: "Dass wir jetzt aus dem Vollen schöpfen können, ist mit ein Grund für unseren derzeitigen Lauf. Es macht sich eben nachhaltig bemerkbar, dass wir auf jeder Position adäquat durchwechseln können." Dass bei einem kompletten Kader automatisch auch der Konkurrenzkampf angeheizt wird, ist für "Roje" kein Problem. "Im Gegenteil, jeder gönnt dem anderen den Erfolg. Jeder weiß, nur gemeinsam sind wir stark."