Halberstadt l Der erste Auftritt von Achim Hollerieth bei Regionalligist Germania Halberstadt hat deutlich gemacht, dass ab sofort ein gänzlich anderer Trainer- und Menschentyp das Sagen hat. Im Gegensatz zu Vorgänger Willi Kronhardt steht Hollerieth für Emotionen.

"Druck, Druck!", "Sehr gut!", "Umschalten". Achim Hollerieth feuerte seine Mannschaft beim Einstand gegen den VfB Auerbach (1:3) lautstark von der Seite an. Hollerieth nutzte die Fläche seiner Coaching Zone bis auf den letzten Zentimeter aus, meistens hielt es ihn nicht lange auf seinem Sitz. "Ich bin der emotionale Trainertyp", beschreibt sich der 40-Jährige selbst, "wenn meine Jungs auf dem Platz stehen, bin ich ein Teil von ihnen. Mit Leidenschaft will ich das von außen mitgeben. Fußball ist ein emotionaler Sport. Natürlich soll es immer im Rahmen bleiben. Aber das gewisse Feuer muss spürbar sein."

Hollerieth auf Wohnungssuche in Halberstadt

Nicht nur an der Seitenlinie wird deutlich, dass sich Hollerieth mit seinem neuen Arbeitgeber identifiziert. Schon bei seiner Vorstellung vor wenigen Wochen hatte er klargestellt, dass er seinen Lebenmittelpunkt in die Domstadt verlagern wird. Nachdem er nun schneller als geplant seinen Dienst im Vorharz aufgenommen hat, lebt er seit einer Woche in Halberstadt, ist mit Ehefrau Melanie auf Wohnungssuche. "Unser Bestreben ist es, so schnell wie möglich eine Bleibe zu finden."

Hollerieths Frau ist auch beruflich immer an seiner Seite, sitzt auf der Tribüne und war nach dem Abpfiff einer der ersten Ansprechpartner. Somit unterscheidet sich Hollerieth in einem weiteren Punkt von Vorgänger Willi Kronhardt, der Privates und Berufliches nicht vermischte. "Sie ist genauso fußballbekloppt wie ich", beschreibt er mit einem Augenzwinkern, "ohne gut funktionierende Frau geht es nicht. Das alles ist nicht selbstverständlich. Ich bin froh, dass es klappt, auch wenn sie HSV- und ich St.-Pauli-Fan bin."