Nordhausen l FCM-Trainer Andreas Petersen konnte es nicht fassen: "Wir hatten richtig schöne Mädchen auf dem Platz", ging der 53-Jährige mit seinen Spielern hart ins Gericht und legte noch eins drauf: "Meine Jungs sind so lieb - die können Sie ohne Weiteres adoptieren."

Nach 94 hart umkämpften Punktspielminuten war seine Elf zuvor trotz der schnellen 1:0-Führung durch Kevin Nennhuber (2.) und einer einstündigen Überzahl (Feldverweis Toni Juraschek wegen groben Foulspiels, 31. Minute) von den wackeren Nordhausenern gewogen und als für zu leicht befunden worden.

Nicht nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidungen

Dass Nico Hammann mit seinem achten verwandelten Elfmeter in der laufenden Saison (Quote 100 Prozent) kurz vor dem Abpfiff auf 2:3 (82.) verkürzen konnte, hatte lediglich statistischen Wert. Die Nordthüringer zwangen die Elbestädter mit ihrem gnadenlosen und verbissenen Zweikampfverhalten erfolgreich in die Knie. Auch wenn das sächsische Schiedsrichtergespann mit ungezählten nicht nachvollziehbaren Entscheidungen für Kopfschütteln und Buhrufe in beiden Lagern gesorgt hatte, darf das nicht als Alibi für einen verkorksten Fußballnachmittag aus Magdeburger Sicht herhalten.

Zu viel blieb beim FCM, bei dem nur Rechtsverteidiger Hammann überzeugen konnte, Stückwerk. Im Abwehrzentrum hatten Christopher Handke und Kevin Nennhuber nicht zu übersehende Abstimmungsprobleme, aus dem Mittelfeld kamen keine Impulse und im Angriff konnte Florian Beil den Verletzten Christian Beck nicht ansatzweise ersetzen. Was ein trotz allen Bemühens enttäuschender FCM in Nordhausen darbot, war einfach zu wenig für eine Regionalliga-Spitzenmannschaft.

Christopher Handke an Gegentoren nicht schuldlos

FCM-Präsidiumsmitglied Mario Kallnik sah das ebenso: "Wir haben nicht die spielerischen Mittel gefunden, in Überzahl dieses Spiel für uns zu entscheiden und deshalb verdient verloren." Von einer "absolut unnötigen Niederlage, weil wir unsere Überlegenheit nicht durchgekriegt haben" sprach FCM-Linksverteidiger René Lange. Und Christopher Handke, der an zwei der drei Gegentore nicht schuldlos war, sagte: "Wir müssen unsere individuellen Fehler abstellen, denn 80 Prozent unserer Gegentore sind dadurch entstanden."

Petersen sprach zudem von einem "schmutzigen Spiel. Wir wollten hier Fußball spielen, aber die drei in Schwarz sind dem Spiel nicht gerecht geworden. Unsere Spieler haben sich von den übertriebenen Aggressionen der Gastgeber beeindrucken lassen. Das zeigt: Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen."

Nordhausen: Siefkes - Seipel, Halstenberg, Eckermann, Stark - Juraschek, Löhmannsröben, Hauswald (54. Tunc), Langer - El Zein (81. Benes), Goslar (67. Hauck)

FCM: Tischer - Hammann, Handke, Nennhuber, Lange (76. Teixeira) - Siefkes, Sowislo, Puttkammer (46. Reinhard), Viteritti - Beil, Fuchs (66. Steinborn)

Schiedsrichter: Albert (Muldenhammer). Zuschauer: 1879. Tore: 0:1 Nennhuber (2.), 1:1 Halstenberg (9.), 2:1 El Zein (12.), 3:1 Hauck (74.), 3:2 Hammann (82./Foulelfmeter). Gelb: Seipel, El Zein, Langer / Handke, Fuchs, Beil. Gelb-Rot: Siefkes (91./Meckern). Rot: Juraschek (31./grobes Foulspiel)