Halberstadt l Regionalligist Germania Halberstadt hat auch am 24. Spieltag den erhofften Befreiungsschlag verpasst, steckt stattdessen noch tiefer in der Misere. Nach dem 1:2 (0:1) gegen den Berliner AK sind es nur fünf Punkte bis zum Abstiegsplatz.

Wenn eine Mannschaft über 90 Minuten die klar besseren Tormöglichkeiten besitzt, jedoch im Abschluss damit nachlässig umgeht; wenn die Gastmannschaft viermal gefährlich in den Strafraum kommt und dabei zwei Tore erzielt; wenn Germania fünf Minuten vor dem Abpfiff einen Strafstoß zugesprochen bekommt, diesen jedoch verschießt, dann hat ein Team entweder nicht das Glück auf seiner Seite oder steckt mitten im Abstiegskampf. Beim VfB Germania trifft beides zu.

Berechtigte Kritik an Germania Halberstadt

Böse Zungen führen bei diesem Szenario gern eine dritte Möglichkeit an - Unvermögen. Das scheidet bei den Vorharzern (noch) aus, denn aufgrund der Tabellensituation ist der Elf von Trainer Achim Hollerieth das fehlende Selbstbewusstsein anzumerken.

Klar ist aber auch, dass sich der VfB nach der fünften Heimniederlage nacheinander Kritik gefallen lassen muss. Emmanuel Krontiris, Nils Gottschick, Maik Georgi, Nils-Peter Mörck und Jan Nagel hatten in der ersten Halbzeit klarste Möglichkeiten, um ihr Team in Führung zu bringen. Stattdessen passierte das, was der Germania seit inzwischen etlichen Wochen passiert: Sie musste den Rückstand schlucken.

Der weite Abschlag von Torwart Eric Niendorf prallte über Ersatzkeeper Andreas Naumann hinweg. Kerem Behnke hatte zwei Minuten vor der Pause wenig Mühe einzuschieben. Naumann, der bei der Aktion in der Rückwärtsbewegung war, nach dem Abpfiff: "Ich wurde umgerannt, für mich ist es ein klares Foul."

Krontiris scheitert an den Nerven

Der zweite Nackenschlag folgte kurz nach dem Wiederanpfiff, als die Abseitsfalle des VfB nicht zuschnappte. Kevin Kruschke hatte alle Zeit der Welt, konnte sich die Ecke aussuchen und verwandelte eiskalt zum 0:2. Inzwischen hatte Hollerieth Florian Büchler von der Viererkette ins Sturmzentrum beordert. Das zahlte sich aus, als der 25-Jährige per Linksschuss ins obere Eck traf.

Büchler blieb fortan Unruheherd, wurde kurz danach von Keeper Niendorf wenige Zentimeter vor dem Strafraum gefällt. Der Freistoß brachte nichts ein. Germanias Aufwand schien sich beim Elfmeterpfiff nach Handspiel auszuzahlen. Doch Krontiris scheiterte am Torwart und an den Nerven, denn er jagte das Leder im Nachschuss aus neun Metern weit über das Tor.

Halberstadt: Naumann - Schütze, Steinhauer, Büchler, Schulze (77. Djan-Okai) - Schubert, Mörck (61. Bolivard) - J.Nagel, Krontiris, Georgi - Gottschick (46. Worbs)

BAK: Niendorf - Cepni, Osadchenko, Yigitolglu, Cakmakci - Siemund, Hartmann - Behnke (82. Avcioglu), Kruschke - Russow (68. Boachie), Soltanpour (63. Turan)

Schiedsrichter: Müller (Cottbus). Zuschauer: 457. Tore: 0:1 Behnke (43.), 0:2 Kruschke (50.), 1:2 Büchler (60.). Besonderes Vorkommnis: Niendorf hält Hand-elfmeter von Krontiris (84.). Gelb: Steinhauer, Schubert / Niendorf, Osadchenko, Behnke