Magdeburg l Mit Volldampf geht der SC Magdeburg die letzten sechs Spiele der Saison an. Aber auch die Handball-Fans der Region laufen pünktlich zum Endspurt zur Höchstform auf: Nach Angaben des Clubs avanciert das Heimspiel am Dienstagabend zur Primetime (20.15 Uhr) gegen den HSV Hamburg zum Rekordspiel, denn bis dato gingen über 6500 Tickets über den Ladentisch.

Damit wurde der bisherige Saisonhöchstwert vom Kiel-Sensationssieg (6300) bereits getoppt. Und da der Ansturm auf die Tickets nach wie vor anhält, gehen die Verantwortlichen vom SCM sogar von einer "ausverkauften Hütte" aus.

Es ist also angerichtet, für ein Handball-Fest, das, so die Hoffnungen von Trainer Uwe Jungandreas und seiner Mannschaft, in ein Freuden-Fest gipfeln soll. Denn, "alle sind nach der Länderspielpause ganz heiß darauf, die Serie von fünf Spielen ohne Niederlage endlich fortsetzen zu können", beschreibt SCM-Torjäger Robert Weber nach dem Training am Sonntagvormittag das im Mannschaftskreis um sich greifende Vorstartfieber.

HSV Hamburg fokussiert auf Endspurt in Bundesliga

Allerdings wurden die Pläne von Jungandreas, der gegen den Tabellenvierten von einer Bestbesetzung ausgegangen war, kurzerhand über den Haufen geworfen, denn Dario Quenstedt signalisierte Rückenprobleme: "Nach einer Spritze ging es ihm am Sonntag schon etwas besser, aber im Training hat er ausgesetzt. Ich gehe zwar davon aus, dass er am Dienstag wieder fit ist, aber einhundertprozentig sicher ist das nicht", so der Trainer, der seine Mannschaft auf "einige Besonderheiten" beim Gegner vorbereitet hat: "Hamburg hat einen sehr breiten Kader. Das bedeutet, wir müssen uns auf Spieler mit den verschiedensten individuellen Stärken einstellen."

Gleiches gelte für die Abwehrsysteme: "Sie sind darin sehr variabel, und interpretieren die einzelnen Systeme dazu auch noch sehr unterschiedlich. Da müssen wir jederzeit hellwach sein und entsprechend reagieren."

Bei den Gästen liegt nach dem frühen Aus in der Champions League das Hauptaugenmerk auf dem Endspurt in der Bundesliga und dem Rennen um die Tickets für die Königsklasse 2014/15. "Noch ist vieles möglich", glaubt der Ex-Magdeburger Johannes Bitter angesichts von nur drei Punkten Rückstand auf den THW Kiel und den noch ausstehenden direkten Duellen der Top 4 untereinander: "Die Chance ist da, wenn wir unsere Arbeit machen. Ob Kiel wirklich noch zwei Spiele verliert, ist zwar fraglich, aber wir wollen uns einfach alle Möglichkeiten offenhalten und alle Spiele gewinnen, damit wir uns im Zweifel nichts vorwerfen können", so der Torhüter, der beim ungefährdeten 34:28 (19:15)-Erfolg bei GWD Minden vergangene Woche sein 200. Bundesliga-Spiel bestritten hatte. "Die Qualifikation für die Champions League hat absolute Priorität. Ob mehr rausspringt, liegt nicht mehr allein bei uns."