Magdeburg/Barleben l Knapp 5000 Zuschauer sahen am Donnerstagabend einen in der ersten halben Stunde grottenschlechten FCM, der frühzeitig auf Christopher Handke (wurde nach doppeltem Rippenbruch vom Platz getragen/5.) verzichten musste und durch einen Kopfballtreffer von Murat Doymus (13.) in Rückstand geriet.

"Wir hatten zunächst Riesenprobleme, es herrschten durch Umstellungen Unordnung und Ängstlichkeit", analysierte Trainer Andreas Petersen. So war Steffen Puttkammer auf die Innenverteidigerposition gerückt. In der zweiten Hälfte sah Petersen dann einen FCM, "der nur noch in eine Richtung spielte und bei dem Wille, Laufbereitschaft und Aggressivität stimmten".

Beck fehlte dem 1. FC Magdeburg


Dass nach dem sehenswerten Ausgleich durch eine 30-Meter-Freistoß-Rakete von Nico Hammann ("Sicher freut man sich über ein solches Tor, aber ich hätte lieber keins gemacht und dafür gewonnen.") kurz vor der Pause kein weiteres Tor mehr fiel, führte Petersen zum einen auf die Abwesenheit von Torjäger Christian Beck zurück, der nach seiner Siebbeinfraktur noch geschont wurde.

Zum anderen befand der Coach, "dass die Lockerheit fehlte und die unruhigen und hektischen Abschlüsse vielleicht auch eine Frage der Qualität sind". Selbst eine Überzahl-Situation - Gökhan Ahmetcik sah in der 75. Minute Gelb-Rot - konnte der FCM nicht nutzen.

Nun aber gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Pokal-Halbfinale, das "Gastgeber" und Landesliga-Tabellenführer FSV Barleben ins Germer-Stadion verlegt hat. "Wir haben großen Respekt vor dem Gegner und nehmen diese Partie sehr, sehr ernst. Ich sage aber auch: Wir wollen und werden ins Finale einziehen", betonte Petersen.

Torhüter Matthias Tischer: "Wir haben in den letzten Jahren im Pokal wenig Luft rangelassen (in dieser Saison erst ein Gegentor/d. Red.) und wollen auch am Montag Vollgas geben."

Grabinski hat FCM schon einmal aus dem Wettbewerb geworfen


Dass beim FSV Barleben mit Trainer Stephan Grabinski derjenige auf der Bank sitzt, der vor zwei Jahren als Coach des Haldensleber SC den Club seinerzeit im Halbfinale sensationell aus dem Wettbewerb warf (7:6 nach Elfmeterschießen), verleiht dieser Partie natürlich eine zusätzliche Würze.

Grabinski zu dem Coup am 8. April 2012 (Ostersonntag): "Ich habe gerade den MDR-Mitschnitt zugeschickt bekommen. So wird es nochmal frisch. Ansonsten bin ich selten in der Vergangenheit unterwegs."

Und zum Match gegen den haushohen Favoriten: "Wenn wir so spielen wie in den letzten Wochen, dann läuft das Ganze nach nur zehn Minuten auf Schadensbegrenzung hinaus." Die Spielstätte sieht er im Übrigen nicht als Nachteil: "Darüber mache ich mir keine Gedanken. Wir haben schon so viele Punkte zu Hause liegenlassen. Grün ist der Platz überall."

FCM: Tischer - Hammann, Handke (5. Fuchs), Nennhuber, Lange, Viteritti (65. Schmunck), Puttkammer, Sowislo, Reinhard, Beil (71. Schröter), Steinborn

Viktoria: Jakubov - Lensinger, Schröder, Doymus, Ahmetcik, Kruschke (71. Özcin), Leutloff, Ergirdi, Watzka, Antunotic (76. Brehmer), Jelitto (85. Brinsa)

Schiedsrichter: Lämmchen (Meuselwitz). Zuschauer: 4954. Tore: 0:1 Doymus (13.), 1:1 Hammann (39.). Gelb: Hammann, Puttkammer / Ahmetcik, Antunovic, Leutloff, Lensinger. Gelb-Rot: Ahmetcik (75./wiederholtes Foulspiel)