Washington/Magdeburg l (jb/rbt) Die drei Kampfrichter, sämtlich aus den Vereinigten Staaten, hatten ihren Landsmann Quillin nach zwölf Runden mit 120:108, 119:110, 119:109 klarer vorn gesehen als es das Geschehen zuvor im Ring der Armory-Arena von Washington widergespiegelt hatte.

Auch wenn sich der 35-jährige Europameister aus Usti nad Labem am Ende nichts dafür kaufen konnte, spricht es für Konecny, dass er gegen den in 32 Kämpfen als Profi weiter ungeschlagenen und als K.o.-König gefürchteten Weltmeister (Knockout-Quote von über 70 Prozent) nicht ein einziges Mal zu Boden musste.

Konecny wehrt sich erfolgreich gegen K.o.

"Ja, ich wollte den K.o.", gab Quillin hinterher freimütig zu. "Aber Konecny hat es einfach nicht zugelassen." Und der Mann mit kubanischen Wurzeln schob ein dickes Lob für den SES-Akteur hinterher: "Er war ein harter Kontrahent, der hergekommen ist, um zu kämpfen. Und das ist doch genau das, was die Fans sehen wollen."

Nicht zu übersehen war allerdings auch, dass der Herausforderer über die Distanz keine Chance besaß, den besser und vor allem härter treffenden Champion ernsthaft in Gefahr zu bringen. Am Ende wurden für den Weltmeister 403 Schläge gezählt, für Konecny 197.

Hinzu kam, dass der SES-Boxer in der 8. Runde eine Verletzung an der Nase und in der 10. Runde einen Cut über dem rechten Auge davontrug. "Der Tscheche versteckte sich die meiste Zeit hinter seiner Doppeldeckung und tat zu wenig für die Offensive", kritisierte das führende US-Boxmagazin "The Ring".

Konecny hatte "mit einem härteren Kampf gerechnet"

Der Betroffene, der den fünf Jahre jüngeren Quillin vor allem in den Runden zwei und drei in Bedrängnis gebracht hatte, sah das ein wenig anders. "In diesem Fight gab es eigentlich nichts, was ich nicht erwartet hätte", meinte Konecny hinterher. "Ich hatte vielmehr mit einem härteren Kampf gerechnet. Quillin ist sicher ein guter Champion und ein guter Kämpfer, aber eben kein Großer. Für meinen Teil hoffe ich, dass dies nicht mein letzter Auftritt in den Vereinigten Staaten war." Nach einem endgültigen Abschied aus dem Ring klingt das, trotz des verlorenen WM-Fights und des fortgeschrittenen Alters, also noch nicht.

Derweil wirft bereits die nächste große eigene Veranstaltung des Magdeburger Boxstalls ihre Schatten voraus: Am 30. Mai schlägt in Dresden für die "schweren Jungs" die Stunde der Wahrheit. Mit Francesco Pianeta, Michael Wallisch, Steffen Kretschmann und Jung-Star Tom Schwarz werden alle vier SES-Schwergewichtler in der EnergieVerbund-Arena in den Ring treten. Den Hauptkampf des Abends bestreitet der Deutsch-Italiner Pianeta, der um die WBO-Europameisterschaft in der Königsklasse boxt.