Magdeburg l "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin ..." Nein, es handelt sich hierbei mal nicht um Fußballfans, die sich in altbekannter Weise auf das Finale im DFB-Pokal in der Hauptstadt einstimmen, sondern um die junge und schlagkräftige Gruppe der Magdeburger Schwimmer, die sich beim Medientag am Mittwoch auf die in einer Woche in Berlin stattfindenden Deutschen Meisterschaften eingeschworen hat. Der Eindruck, den die aus Freiwasser- und Beckenschwimmern zusammengesetzte und von Franziska Hentke angeführte SCM-Crew dabei hinterlassen hat, ließe sich so zusammenfassen: Jung, dynamisch - und hoffentlich auch erfolgreich.

22 Aktive (12 Frauen/10 Männer) schickt der SCM bei den Titelkämpfen ins Rennen. Um "Vorschwimmerin" Hendtke ranken sich mit Finnia Wunram, Johanna Friedrich und Rob Muffels noch weitere Schützlinge von Trainer Bernd Berkhahn, die mit einem Platz auf dem Treppchen liebäugeln. Da aber die Titelkämpfe gleichzeitig als Vorqualifikation für die Heim-EM Mitte August in Berlin sowie für die Junioren-EM im Becken und JWM im Freiwasser gelten, geht es nicht nur für das SCM-Kleeblatt um mehr, als "nur" um Bestzeiten, Medaillen oder gar Titel.

"Schmetterling" Hentke, die im Vorjahr den endgültigen Durchbruch schaffte und Vize-Europameisterin auf der Kurzbahn wurde, redet nicht lange um den heißen Brei herum: "Der Titel und die EM-Norm auf meiner Spezialstrecke sind Pflicht. Ich denke, das ist trotz allem machbar, denn ich habe mir ausgerechnet jetzt einen hartnäckigen Infekt eingefangen und musste ein paar Tage auf intensive Sachen verzichten." Mehr Gedanken macht sich die 25-Jährge über ihr neues, zweites Standbein, die 400 Meter Lagen: "Da wollte ich eigentlich auch die Norm angreifen, jetzt muss ich sehen, ob die Substanz dazu reicht."

Johanna Friedrich konzentriert sich auf die 200- und 400 Meter Freistil. "Nachdem ich im letzten Jahr krankheitsbedingt viele Ausfälle hatte, konnte ich diesmal voll durchziehen und bin gut drauf. Ich kann`s kaum erwarten. Und ganz ehrlich, wenn es nicht zu Bestzeiten und einer EM-Norm reicht, dann wäre ich schon enttäuscht."

Für die Freiwasser-Spezialisten sind die Titelkämpfe im Becken, "in erster Linie dazu da, um zu sehen, wo wir stehen", erklärt die 18-jährige Wunram, die sich jüngst beim Weltcup in Mexiko mit Platz sechs über 10 km wärmstens für die EM empfohlen hat. "Ich kann es also ein wenig entspannter angehen."