Magdeburg l 2006 war Deutschland Spielort der Fußball-WM; in Magdeburg fieberten Tausende vor der Leinwand auf dem Domplatz bis zum Halbfinale mit der letztlich drittplatzierten deutschen Elf. 2010 lief das deutsche Team in Südafrika ebenfalls zu Bronze auf; die Magdeburger zogen in Scharen in die Getec-Arena, um in großer Gesellschaft dabei zu sein. Im Juni wird der Messeplatz am Eingang zum Stadtpark der größte "Austragungsort" für den gemeinschaftlichen Genuss der Spiele - oder bei Bedarf für den gemeinsamen Jammer.

"Seit 2006 organisieren wir das Public Viewing in Magdeburg. Seither sind wir immer Dritter geworden und wir hatten hier immer gutes Wetter", sagt David Rompe und sein Tonfall belegt seinen festen Glauben daran, dass die deutschen Mannen auch in Brasilien mindestens bis ins Halbfinale durchmarschieren und in Magdeburg dazu die Sonne scheint. Alles andere würde nicht nur den Fans zur Trauer gereichen, sondern auch Rompe und seinen Geschäftspartner Guido Völpel in Sorge versetzen.

Die Magdeburger Veranstalter gehen kein geringes Risiko ein. Über 100.000 Euro investieren sie nach eigenen Angaben für die Verwandlung des Messeplatzes in eine Bühne fürs WM-Feeling. "Wir haben ein nagelneues LED-Wandsystem beschafft", verrät Rompe. Es misst 24 Quadratmeter und soll bis zu 5000 Besuchern einen guten Blick aufs Spielfeld in Brasilien ermöglichen. Davor wird Strandsand aufgeschüttet. Liegestühle und Strandkörbe sollen Urlaubsfeeling verbreiten, Rahmenprogramm inklusive.

Der Eintritt ist frei; rechnen soll sich der Aufwand dank Sponsoren und durch gastronomische Einnahmen. Übertragen werden nur Spiele mit deutscher Beteiligung; eine geschäftliche Entscheidung. 2006 seien zu anderen Spielen zu wenig Zuschauer erschienen. Auch deshalb hofft Rompe auf viele deutsche Tore. Inklusive Halbfinale könnte der Veranstalter mit wachsendem Zuschauerinteresse bei sechs Spielterminen kalkulieren. Rompe: "Mindestens fünf Spiele brauchen wir, dass sich die Sache rechnet." Ihr Auftaktspiel bestreitet die deutsche Elf am 16. Juni gegen Ghana. Im besten Fall geht die WM für sie - und für die Magdeburger auf dem Messeplatz - erst am 13. Juli zu Ende: Finale!

Die Ortswahl begründet Rompe: "Der Domplatz ist vom Theater besetzt, am Alten Markt würden durch teils späte Übertragungen ab 22 Uhr zu viele Anwohner gestört." Der city- und elbnahe Messeplatz taugte für Veranstalter und Behörden zum Kompromiss, auch wenn die Genehmigung noch aussteht. Rompe: "Wir haben positive Signale von der Stadt."

Neben dem Messeplatz werden die Magdeburger an vielen anderen Orten Gelegenheit zum großen Fußball-Gucken haben; u. a. planen Strandbar und Mückenwirt die Übertragung der WM-Spiele.

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